Chopper

Im Frühjahr 1981 wurde das erste mal, in einer Neutraublinger Zahnartzpraxis im Landkreis Regensburg, die Stimme eines wohl ungebetenen Gastes, aus einer der Spukbecken, vernommen. Dieses Phänomen erregte sobald, bis in das Jahr 1982 hinein, das Aufsehen in der gesamten deutschen Öffentlichkeit.

Es handelte sich hierbei um einen Geist, der sich selbst Chopper nannte. Dieser heftete sich in der Zahnarztpraxis von Dr. K. Bachseitz an die dort 17jährige Zahnarzthelferin Claudia. Es hatte den Anschein, als sei, der wohl männliche Geist, in die junge Frau verliebt. Unerwartet rief er die Angebetete per Telefon, sprach aus dem Spukbecken oder sonstigen sanitären Anlagen. Anträge, Versprechungen, dumme Scherze, bishin zu öbzönen Äußerungen, waren es die Chopper auch im Beisein von Patienten von sich gab.

Niemand konnte sich erklären woher diese blechernd-röchelnde Stimme stammte. Also beschloss der damals 55jährige Dr. K. Bachseitz, Anzeige gegen unbekannt zu erstatten. Der Fall wurde in der Öffentlichkeit breit getreten, so daß die Praxis und insbesondere die 17jährige Claudia J. große Medienbeliebtheit erlangte. Polizeibeamte, Abhörspezialisten der Post, sowie Parapsychologen des Institutes für Grenzfragen in Freiburg, untersuchten dieses

 
Phänomen, auf Hoffnung eine Antwort über die Herkunft der Stimme zu erfahren. Die Praxis wurde in der Zwischenzeit zu einem Wallfahrtsort für Gläubige, Medien und Seher. Die Praxis war stets von Neugierigen Passanten sowie von Rundfunk und Presse belagert.

Um Chopper letzten Endes auf die Schliche zu kommen, schleusten sich, als Patienten getarnte Geisterjäger der Polizei, in die Praxis. Auch Elmar R. Gruber, Parapsychologe, war mit von der Partie und an der Aufklärung beteiligt. Er war es, der mit seinem Tonbandgerät auf Stimmenfang war und Chopper den Gar ausmachen konnte.

Besonders auffällig für ihn war es das die Stimmen immer dann zu hören waren, wenn man seinen Blick von den Objekten, aus denen die Töne kamen, abwendete. Außerdem war die Stimme von Chopper nie zu hören wenn Claudia am erzählen war. Auch erfolgten keinerlei Anrufe sobald Claudia anwesend war oder man sie direkt ansah oder sie im Blickfeld hatte.
   
Entarnt wurde Chopper dann schließlich durch eine Spiegelung auf der glatten Oberfläche von Elmar R. Gruber´s Tonbandgerät. Es war die 17jährige Zahnarzthelferin Claudi J. selbst, die in den Momenten, in denen sie sich unbeobachtet fühlte, mit verstellter Stimme in die sanitären Anlagen sprach.

Dr. K. Bachseits und dessen Frau schienen der Urheber dieses üblen Scherzes zu sein und wusste wohl über die Herkunft der Stimme bescheid. Claudia J. will, laut eigenen Aussagen, des Spaßeshalber daran beteiligt gewesen sein. Der Geist Chopper wurde somit ein teurer Spuk, mit dem sich die Staatsanwaltschaft beschäftigte. Es wurde gegen die 3 Beteiligten eine Anklage wegen Vortäuschung einer Straftat und eine fünfstellige Schadensersatzforderung, für die langwierige "Geisterjagd" erhoben.