Gespenster


Eine tragische Eigenschaft ist allen Gespenstern überall auf der Welt gemein: Sie haben nicht die leiseste Ahnung davon, dass sie tot sind. Während die meisten Seelen nach dem Tod durch den Tunnel gehen, der sie zurück nach Hause führt, wenden Gespenster sich vom Tunnel ab. Sie leugnen aus irgendwelchen persönlichen Gründen seine Existenz und bleiben daher an die Erde gebunden. Voller Verzweiflung irren sie verwirrt und einsam umher und sind oft wütend, manchmal auch aggressiv und bockig. Sie sind gefangen in dem nutzlosen Versuch, eine Existenz Sinn zu geben, die schon aus sich heraus überhaupt keinen Sinn macht. Gespenster verlassen natürlich genauso ihre Körper, wie wir unseren Körper verlassen, wenn seine Lebensfunktionen aufhören. Und wenn sie ihre Körper verlassen, verlassen sie gleichzeitig die irdische Dimension. Indem sie sich jedoch dem Tunnel und dem liebenden, heilenden weißen Licht Gottes auf der anderen Seite widersetzen, erreichen sie auch nicht die höhere Schwingung des Jenseits, und das bedeutet, dass sei buchstäblich "weder hier noch dort" sind. Allein die Tatsache unterscheidet se in vielerlei Hinsicht von Geistern aus dem Jenseits.

 
Da sie weder in der irdischen Dimension noch in der Dimension des Jenseits leben, sind Gespenster in der Regel sichtbarer und deutlicher zu erkennen als andere Geisterwesen. Am einfachsten stellt man sich die drei Dimensionen, über die wir hier sprechen - nämlich die Dimension der Erde, der Gespenster und des Jenseits - vor, indem man sich einen elektrischen Ventilator vor Augen führt. Bei der niedrigsten Geschwindigkeit sind die Blätter des Ventilators deutlich voneinander zu unterscheiden. Dieser Zustand repräsentiert die Dimension der Erde, in der wir leben und an die wir gewöhnt sind. Bei mittlerer Geschwindigkeit sind die einzelnen Blätter nicht mehr klar voneinander zu unterscheiden. Dies ist die Dimension, in der die Gespenster gefangen sind. Wenn Du den Ventilator auf die höchste Geschwindigkeit stellst, scheinend die einzelnen Blätter nicht mehr vorhanden zu sein. Diese Illusion ist genauso falsch wie die Vorstellung, dass das Jenseits und die dort wohnenden Seelen nicht existieren, weil man sie nicht einfach wahrnehmen kann. Die Tatsache, dass manche Menschen Geister und Gespenster sehen und hören können, bedeutet nicht, dass sie verrückt sind und andere, die diese Fähigkeiten nicht haben, zu den Normalen zählen. Sie zeigt einfach nur, dass manche Menschen über sensiblere Sinneswahrnehmungen verfügen.


Weil sie noch nicht die Liebe und die Heilung des Jenseits empfangen haben, verfügen Gespenster noch über sichtbare Zeichen von Verletzungen oder Krankheiten oder bestimmten Deformierungen, die ihr Körper aufwies, als er starb. Geister aus dem Jenseits sind niemals verletzt oder krank oder in einem Zustand körperlicher oder emotionaler Not.


Geister sind hauptsächlich aus dem Grund unter uns, um uns ihre Liebe zu zeigen. Alles, was sie versuchen, um unsere Aufmerksamkeit auf sich zu lenken, dient dazu, diese Liebe ausdrücken zu können. Gespenster hingegen haben immer irgendwelche Probleme. Sie haben die unterschiedlichsten Gründe dafür, sich vom Tunnel abzuwenden und ihren Tod hier auf Erden nicht zu akzeptieren. Manche bleiben mit dieser Dimension verbunden, weil sie sich von einem geliebten Menschen nicht lösen können oder von einem Besitz oder einem Job, für den sie sich zu Lebzeiten verantwortlich gefühlt haben. Manche bleiben auch, um Rache zu üben, während andere nach einer verlorenen Liebe suchen oder auf sie warten. Manche haben Angst, weil sie glauben, Gott würde sie verurteilen und sie nicht zu Hause mit seinem Segen umfangen (was nebenbei bemerkt unmöglich ist, denn er segnet alle, die es zulassen). Was sie auch immer bewegt haben mag, die Wahrheit ihres Todes nicht zu akzeptieren, sie sind unter uns, weil ihr sinn für Realität schwer gestört ist. In den Augen von Gespenstern ist die Welt in einer Zeitschleife gefangen, die sie in ihrer Verwirrung selbst geschaffen haben. Ihrer Wahrnehmung nach sind wir die Eindringlinge in ihre Welt, und nicht umgekehrt. Wir sollten uns daher nicht zu sehr darüber wundern, dass sie oft ärgerlich, wütend, verzweifelt, nachtragend oder launisch sind, wenn wir mit ihnen zu tun haben. Wenn man auf sie eingeht und ihrer Situation gegenüber Verständnis aufbringt, wissen sie dies in der Regel zu schätzen. sie können dann sogar freundlich sein, besonders Kindern gegenüber. Wie die meisten unglücklichen und chronisch desorientierten Wesen, verhalten sie sich jedoch häufig unberechenbar und sind oft zutiefst deprimiert.


Indem sie nicht ins Jenseits überwechseln, haben Gespenster auch nicht die Möglichkeit, sich an zwei Orten gleichzeitig aufzuhalten. Ein Gespenst kann nicht wie eine Seele zur gleichen Zeit an unterschiedlichen Orten sein. Aufgrund ihres Schicksals, für das sie sich entschieden haben, bleiben Gespenster eng mit einem bestimmten Ort verbunden und entfernen sich niemals weit weg.


Da sie nicht hinübergegangen sind, existieren Gespenster weiterhin in unserer Dimension und nicht in der Dimension des Jenseits, die ungefähr einen Meter über der irdischen Schwingungsebene liegt. Während Geister also zu schweben scheinen, während sie sich auf der Ebene der anderen Seite bewegen, funktionieren Gespenster scheinbar auf der gleichen Ebene wie wir.

Wie bereits erwähnt, erscheinen Geister in einer Form, die uns hilft, sie zu identifizieren, weil ihnen sehr viel daran liegt, dass wir sie erkennen. Den Gespenstern hingegen ist es völlig egal, ob wir sie erkennen oder nicht, denn sie sind unter uns, weil sie total verwirrt sind. Nichts läge ihnen ferner als unser Wohlbefinden. Entweder sie erscheinen als genaues Abbild ihrer irdischen Körper oder in verschwommener und konturloser Gestalt, vielleicht sogar als kugelförmige Nebelschwaden, so als ob sie Rauchkringel ohne Loch in der Mitte wären. Sie verfügen nicht über die göttlichen Fähigkeiten oder die Selbstkontrolle der Geister aus dem Jenseits, und daher ist die physische Erscheinung der Gespenster auf frustrierende Weise unvorhersehbar.