Das verrückte Winchester Mystery Haus
 
Fenster und Türen hinter denen sich reines Mauerwerk verbirgt. Treppen die unter der Zimmerdecke enden, verkehrtherum montierte Pfosten an den Möbeln, unzählige Geheim-türen, Lichtschächte durch die nicht das geringste Sonnenlicht fällt, oder eine Treppe die 90 cm Höhenunterschied bewältigt, in dem erst 7 Stufen hinab und 11 Stufen wieder hinauf führen. Dies sind nur ein paar der sonderbare Merkmale dieses Mysteriösen Bauwerks, zum Teil viktorianischen Baustils, welches durch seine eigenartig verschachtelten Anbauten und unzugänglichen Türmchen und Veranden überhaupt nicht zwischen die Restaurants und Shopping-Malls von Silicon Valley passt.

Alles nach den Plänen eines absolut laienhaften Architekten erbaut, sollte man meinen. Aber da liegt man vollkommen falsch. Die Herrin des Hauses, die zugleich für den Bau verantwort-lich war, hatte nie einen Architekten beauftragt. Sie bekam die Entwürfe, für das wirre 160 Zimmer Holzhaus mit den knallroten Dächern, viel mehr von Geistern diktiert. Die Dame von der wir hier sprechen ist Sahra Winchester. Eine vom Schicksal schwer getroffenen Frau.

Das Winchesterhaus vor dem großen Erdbeben

   

Jeher vom Okkultismus angezogen und scheinbar von übernatürlichen Kräften getrieben, machte sie sich auf den Weg in den Westen. Endlich in San Jose hatte sie gefunden wonach sie gesucht hatte - ein einfaches und schlichtes Farmhaus. Sofort nach dem Kauf des Hauses heuerte sie über ein Dutzend Schreiner und Zimmerleute an und begann mit dem Umbau des Hauses. Hiermit hörte sie bis zu ihrem Ableben nicht auf. Jeden Tag, 38 Jahre lang, konnte man Sägen und Hämmern hören. Werktags wie Sonntags. Während die Zimmerleute im Haus beschäftigt waren, machten sich 7 Gärtner daran eine Haushohe Hecke zu erschaffen. Diese sollte zum Schutz vor Neugierigen Blicken um das Anwesen dienen.

Zunächst wuchs der Bau nur in die Höhe. Auf alten Fotos konnte man unzählig viele alte Türmchen, zum teil 7 Stockwerke hoch, erkennen. Doch durch das Erdbeben, welches 1906 stattfand und San Francisco fast völlig zerstörte, wurden die Türmchen so gut wie alle zerstört. Erst Stunden nach dem Beben fand man Sahra Winchester in Tränen aufgelöst unter den Trümmern in ihrem Schlafgemach. Von nun an wurde das Haus nur noch an Seiten ausgebaut und verbreiterte sich dadurch zusehens. Wie ein Geschwür hat es sich ausgebreitet. Zugladungen Holz, Tonnen von Nägeln und Berge von Glas wurden in den 38 Jahren, des andauernden Umbaus, verbaut, bei dem Gänge, Türme und Räume verschwanden nur um neue entstehen zu lassen.

Am 5. September 1922 drang die Nachricht zu den Handwerkern, daß Sahra Winchester verstorben sei. Noch heute zeugen halb eingeschlagene Nägel von dem abrupten Abbruch der Arbeiten. Jetzt erst war das volle Ausmaß des Bauwerkes zu erkennen. 160 Zimmer, davon 40 Schlafzimmer, 13 bäder, 6 Küchen, 50 Treppen, 47 Feuerstellen, 5 Aufzüge sowie 10 000 Fenster und Türen. Das alles nur für eine Person?


   

Mrs. Winchester vor dem Haus in ihrer Kutsche

Mänche Türen und Gänge sind jedoch so niedrig daß man sich gebückt hindurchzwängen kann. Manche sind so schmal das man nur quer hindurch kommt. Wozu dienen die Schranktüren hinter denen sich Zimmer verbergen und wozu die vielen versteckten Gucklöcher? Warum wurden dem großen Kronleuchter im Ballsaal zu den 12 Kerzenhaltern ein dreizenter hinzugefügt?

Sahra Winchester fühlte sich von allen guten Geistern verlassen und von den bösen verfolgt. Sie versuchte daher den guten Geistern zu schmeicheln in dem sie ihnen Luxus bot, und die bösen und rachsüchtigen zu verwirren. Ihnen den Weg zu verbauen, sie zu foppen und zu frustrieren.


 
Mit der Hoffnung daß sie sie nie selbst in ihrem Haus finden würden. Aus diesem Grund ist auch die 13 im Winchesterhaus allgegenwärtig. Sahra Winchester war davon überzeugt das die magische Zahl 13 die bösen Geister vertreiben und abschrecken würde. Die Fenster hatten fast alle 13 Scheiben, die Wände hätten 13 Verkleidungen, 13 Kuppeln befanden sich im Gewächshaus, in einigen Zimmern befanden sich 13 Fenster und und jedes Treppenhaus hatte 13 Stufen. Nachts hielt Mrs. Winchester spiritistische Sitzungen ab.

 
m Haus gab es 6 in Betoneingelassene Safes in denen die Wertvollsten Dinge lagen. So z.B das 30 000 Dollar Winchester-Goldservice aus dem die Witwe abends zu speisen pflegte. Zumeist würde für 13 Personen gedeckt. 1 Platz für Sie und 12 für imaginäre Gäste. 2 Bedienstete trugen das geputzte Goldservice nach dem Dinner zurück in den Safe, wobei Sahra Winchester, schwar verschleihert, darauf harrte die Teile zu zählen. Angst vor Einbrechern musste sie nichit haben. Denn keiner war je so naiv sein Glück im Winchsterhaus zu versuchen, von dem bekannt war, wie schnell man in diesem Haus verirren konnte.

Das Herz des Hauses war der fensterlose und puderblaue Seance-Room, der nur über eine geheime Tür in einem Wandschrank zu erreichen war. Hier verbrachte sie ihre Nächte und hielt ihre berüchtigten spiritistischen Sitzungen ab. Hier wollte sie Kontakt zu den guten Geistern pflegen um zu erfahren, durch welche Maßnahmen sie diese bei Laune halten könne, und sich die bösen Artgenossen vom Leibe halten kann. Außer ihr, soll zu ihren Lebzeiten, je ein Sterblicher je einen Fuss in dieses Zimmer gesetzt haben.

Besonders Sorge wurde getragen, daß die Geister ja pünktlich zu der Sitzung erschienen. Hierfür lies Mrs. Winchester exta einen Glockenturm mit einer großen Glocke auf ihr Haus bauen, dessen Glockenseil bis in den Keller hinabging. Um zu vermeiden das unbefugte die Glocke läutete, wurde ein höchst kompliziertes Untergrund-Labyrinth angelegt. Nur einem japanischen Bediensteten gelang es das Glockenseil zu finden. Er hatte die Aufgabe pünktlich um Mitternacht mit 12 Schlägen die Geister zu rufen, und Nachts um 2 Uhr die Geister wieder heimzuläuten. Erst jetzt begab sich Sahra Winchester in eines ihrer 40 Schlafzimmer um zu Bett zu gehen.

 
Im alter von 85 Jahren starb Sahra Winchester. Die traurige Bilanz - knapp 16 Millionen Dollar, der 20 Millionen die sie von ihrem Gatten hatte, waren verbraucht. Dazu ettliche Millionne ihres eigenen Einkommens. Die Nichte, die das Anwesen und die Einrichtung erbte, versteigerte einen Teil des Inventars. Es waren hierzu 8 LKW pro Tag nötig, und das über 6 Wochen lang, bis die Möbelpacker den Hausrat weggeschafft hatten.

Das Winchesterhaus wurde verkauft und von den neuen Besitzener der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Für die Renovierungsarbeiten waren 13 000 Gallonen Farbe von nöten. Kilometerlange Rohrleitungen für die Sprinkleranlage wurden installiert. Seit 1974 ist das Haus denkmalgeschützt. Es werden täglich einstündige Führungen abgehalten, die eineinhalb Meilen durch das Labyrinth von Räumen und Gängen führen. Den Teilnehmern wird hierbei jedes mal geraten sich nicht von der Gruppe zu entfernen. Es ist nicht leicht wieder herauszukommen.

Das Winchester Haus aus der Vogelperspektive