Der Spuk der Borley Kirche
 
Wurde der Geist der Pfarrei von Borley am falschen Ort gejagt? Denn in der Borley Kirche selbst scheint es zu spuken.

Der berühmte Geisterjärger Harry Price richtete seine damaligen Untersuchungen hauptsächlich auf das Pfarrhaus von Borley, aber nicht auf die Kirche. Zwar wurde ihm 1929 zugetragen daß sich die Särge der Familiengruft der Waldgrave, welche sich unter der Kirche befand, auf seltsame Art und Weise verschoben hatten, doch wurde diesem Phänomen nicht weiter nachgegangen. Mög-licherweise hatte Price damit eine seiner größten Chancen verpasst. Denn in der Kirche, und um sie herum, ereignen sich seit Anfang der 70er Jahre unerklärliche Dinge. Und zwar weiterstaun-licher als die, die zu Prices Zeiten im alten Pfarrhaus geschehen waren.

Barlea, das Herrenhaus, wurde im englischen Reichsgrundbuch schon im Jahre 1085/1086 erwähnt. Es war eine hölzerne Kirche. In der Südwand des heutigen Baus befinden sich noch Geröllreste der Kirche, die im 12. Jahrhundert an dieser Stelle erbaut wurden.

 
Im 15. Jahrhundert wurden die Nordwand des Schiffes, der Westturm sowie der Altarraum ergänzt. Der Vorbaus aus roten Ziegelsteinen folgte erst 100 Jahre später. Die Gräber der Familie Bull liegen auf einem kleinen Kirchhof. Das Kreuz des Reverend Bull, der sein Pfarrherrenamt zu Zeiten von Königin Viktoria hatte, wurde durch die Zerstörungswut jugendlicher Rowdys zerbrochen. Die letzten Tage seines Lebens verbrachte Harry Bull in dem Summerhaus des Borley Anwesens und war der festen Überzeugung dort die Phantome einer Kutsche und einer Nonne gesehen zu haben. Man nimmt an das Reverend Bull 1927 an Syphilis gestorben war. Syphillis kann im fortge-schrittenem Stadium Halluzinationen und Bewusstseinstrübungen auslösen, woraufhin die Visionen eine öffentlich anerkannte Erklärung gehat hätten. Wären da nicht noch die Sichtungen der Nonne von Croom-Hollingsworth und seinem Assistenten Roy Potter gewesen.

   
1960 stieß Croom-Hollingsworth auf den Fall Borley und entschloss sich dazu den Fall näher zu untersuchen. So wurden von ihm und seiner Gruppe über Jahre hinweg Nachtwachen, von Zeit zu Zeit, abgehalten. Und alle hörten, unabhängig von Witterung oder Jahreszeit, verschieden Geräusche. So z.B schwers Atmen, Klopfen und das Verrücken von Möbeln. Einmal sichteten sie im Obstgarten etwas was sie an iein großes Tier erinnerte, ein anderes mal hörten sie, über die Strasse die zur Borley Kirche führt, gellendes Gelächter, das näher zu kommen schien. Trotz des Nebels war es in dieser Nacht noch hell genug um zu sehen daß die Strasse menschenleer war. Im glauben es handele sich um eine Gruppe von Nachtschwärmern die die Strasse entlang liefen, stieg Roy Potter in seinen Wagen und liess ihn mit abgeschalteten Motor den Berg, bis Long Melford, hinunter rollen. Doch es tatsächlich niemand auf den Strassen.

An mehreren Stellen auf dem Weg zurück hielt er an und rief in Richtung der Kirche. Mit dem Funkgerät fragte er an ob seine Rufe zu hören seien. Croom-Hollingsworth musste dies jedoch verneinen. Mit der Hoffnung einiger dieser seltsamen Geräusche aufzeichnen zu können, installtierte die Gruppe im Vorbau der Kirche einen Kassettenrekorder und postierten sich in einiger Entfernung. Obwohl sie niemanden sahen der den Vorraum hätte betreten können, hörten sie ein lautes Krachen. Wie sie dann feststellen mussten waren der Kassettenrekorder zerstört und das Band herausgerissen geworden.

 

Das zerstörte Grab von Harry Bull

Die Vorschergruppe jedoch war davon Überzeugt daß in Borley etwas vor sich ging. Nicht unschuldig daran war die Geisternonne die sich zu sehen bekamen. Es war in einer klaren Nacht als Croom-Hollingsworth im Obstgarten ging und auf den Nonnenweg schaute. Er konnte ganz deutlich eine Nonne in einem grauen Habit mit Kapuze durch den Garten und dann durch eine Hecke gehen sehen. Schnell rief er seinen Assistenten Roy zu sich und dachte noch es wolle ihn jemand zum Narren halten. Die Gestalt verschwand in einer Garage, und Hollingsworth dachte daß der Spuk damit beendet sei. Doch als sein Assistent bei ihm ankam, trat die Nonne aus der anderen Seite der Garage hervor. Sie näherte sich den beiden bis auf etwa 3 Meter, so daß beide ihr Gesicht erkennen konnten. Das Geischer einer etwa 60 jährigen Frau. Die beiden folgten der Erscheinung. Über einen ausgetrockneten Graben schien sie regelrecht drüber zu schweben, als sie dieser garnicht vorhanden. In einem Haufen Bauziegel verschwand sie dann schließlich.

Beide verspürten bei ihrer Begegnung mit de Nonne keine Angst. Es war eher ein friedliches und ruhiges Erlebnis.


 

Angesichts seines Erlebnisses gab Croom-Hollingsworth nicht viel auf die Stimmen der Kritiker, die auf die vielen Ungereimtheiten der Unter-suchungsergebnisse von Harry Price aufmerksam machten. Desweiteren interessierte es ihn nicht im geringsten ob Price Dinge hinzugedich-tet hatte oder nicht. Das einzige was ihn interessierte war es, ob es an diesem Ort spukt oder nicht. Und er ist der festen Überzeugung daß es dort spukt. Er und sein Assistent haben die Nonne immerhin fast 12 Minuten lang gesehen.

Denny Densham, Filmregisseur und Kameramann war von Croom-Hollingsworths Unbeirrbarkeit beindruckt. 1974 führte er in der Kirche mit verschiedenen Kassettenrekordern Experimente durch. Die Ergebnisse dienten später der BBC als Grundlage für eine Fernsehsendung und diese waren wirklich erstaunlich. Auf dem Band waren Schläge und Klopfgeräusche zu hören. Auch das unverkennbare Geräusche, wie sie entstehen wenn eine schwere Tür geöffnet und wieder geschlossen wird, sogar das Quietschen des Riegels wurden aufgezeichnet. Niemand befand sich zur Zeit der Aufnahmen in der Kirche. Außerdem wurde festgestellt daß der Riegel zum Altarraum nicht quietschte.

In der Woche darauf wurden ab 0:30 Uhr Nachtwachen gehalten. Desham und sein Team installierten ein Aufnahmegerät mit 2 Mikrofonen neben dem Altar und auf halber Höhe des Mittelgangs. Einen weitereren Kasettenrekorder stellten sie vor den Altar. Die hälfte des Teams ließ sich dann in der Kirche einschließen, während sich die andere Hälfte draussen im Hof postierte. Auf seltsame Weise veränderte sich plötzlich die Stimmung. Ihnen wurde aufeinmal kalt und einer der Gruppe fühlte sich beobachtet. Kurz darauf begann ein klapperndes Geräusch. Es klang als wäre etwas den Mittelgang entlanggeworfen worden. Auch das Klopfen und die Schläge waren wieder zu hören. Ebenso das Geräusch einer sich öffnenden Tür. Doch beide Türen blieben verschlossen. Auch war diesmal sogar ein schauerliches mensch-liches Seufzen zu hören. Später stellten sie fest daß es in dem kleinen Kassettenrekorder zu einem Bandsalat gekommen, und die Kassette herausgenommen wurde.


 
Im Juli wurde wieder eine Nachtwache abgehalten. Diesmal änderte sich die Atmos-phäre gegen 1:45 Uhr. Es wurde ein sonderbares Kribbeln vernommen. Auch fühlten sich alle Anwesenden beobachtet. In genau diesem Moment registrierten auch die Geräte starke atmosphärische Aufladungen. Bei der Auswertung der Bänder waren verhallende Schritte neben dem Altar zu hören. Das Geräusch einer sich schließenden Tür und anschliessend das Krachen als sei etwas umgestossen worden. Schwere Schritte wurden aufgezeichnet, die klangen als wäre jemand am Altargeländer vorbei gegangen. Diese Geräusche nachzustellen war unmöglich. Denn direkt neben dem Altar lag ein dicker Teppich auf dem Steinboden. Kleine Lichter wurden in den Vorhängen gesehen. Neben der Tür des Altarraums wurde ein Lichtschein erkannt. Gleichzeit konnte man ein merkwürdiges Ächzen und ein lautes Krachen hören.

Densham und sein Team ging absolut sicher daß sie niemand zum Narren halten konnten und waren Ratlos über die Dinge die in der Kirch von Borley vorgingen.

Der Innenraum der Borley Kirche

 
Herbst 1974 nahm sich die "Enfield Parapsychical Research Group" den Fall vor. Sie machten Aufzeichnungen sämtlicher Art. Es wurden in der Zeit ihrer Unterschuchungen hunderte von Geräuschen aufgezeichnet. Schritte, Klopfen und menschliches Stöhnen. Die Behörden der Kirchen verweigern eine eindeutige Stellungnahme zu dem Fall.