Der Schreiende Schädel von Bettiscombe
 

In Dorset, in der Nähe von Sherborne, liegt das Gut Bettiscombe Manor. Das Gutshaus wurde im 17. Jahrhundert von der Familie Pinney erbaut. Einige Teile des Gebäudes der Pinneys sind jedoch schon lange Zeit vor ihrem Bau vorhanden gewesen. Das Gelände auf dem das Gut der Familie Pinney erbaut wurde, war schon zu prähistorischen Zeiten besiedelt.

Erste schriftliche Aufzeichnugen des schreinden Schädels stammen aus dem 18. Jahrhundert. Lange Zeit hielt man den Schädel für die Überreste eines Westindischen Sklaven, der von Azariah Pinney nach England gebracht wurde.

Die Geschichte des schreienden Schädels hatte somit einen viel früheren Beginn, als die ersten Aufzeichnungen berichten. 1685 kämpfte der Aufständische Azariah Pinney, der damalige Gutsherr von Bettiscombe, mit einer Gruppe Aufständischer von Monmouth, gegen König Jakob II. Die Heerscharen des Königs siegten, und Azariah Pinney wurde mit den anderen auf eine westindische Insel verbannt.

Im laufe der Zeit brachte es die Familie Pinney zu großem Reichtum, und sein Enkel John Frederick Pinney konnte auf das Gut seiner Vorfahren nach Dorset zurückkehren. Mit dabei, ein schwarzer Sklave, den er im Haus anstellte. Diesem versprach man, ihn nach seinem Tode zurück in sein Land zu bringen, wo er als Kind von Sklavenhändlern verschleppt wurde.


Der schreinde Schädel der Pinneys

   
Als Pinney jedoch starb war niemand bereit nach dem Ableben des Sklaven das Versprechen, welches Pinney ihm gegeben hatte, einzulösen. Stattdessen wurde er in der Nähe seines Herren auf dem Dorffriedhof begraben. Hier begannen die ersten sonderbaren Phänomene. Der tote Sklave schien keine Ruhe zu finden. Aus dessen Grab klangen laute Wehklagen die mehrere Monate andauerten. Ob ein Zusammenhang mit den darauffolgenden Ereignissen, wie schlechte Ernten, Unwetter und Tierseuchen bestand konnte nie genau geklärt werden, aber dennoch gab man die Schuld dem Wehklagenden Toten.

Schließlich wurden die sterblichen Überreste das Sklaven wieder ausgegegraben. Dessen Schädel wurde daraufhin zurück in das Herrenhaus gebracht. Er wurde von Generation zu Generation weitergereicht, und war somit ein Erbstück und ein Unheilsbote zugleich. Unheilsbote für jeden der versuchte ihn aus seinem Heim zu entfernen. Laute Schreie soll der Schädeln in solchen Situationen ausgestossen haben.

   
Laut der Legende soll der Schädel, wenn er zu schreien beginnt, Elend über das Land bringen. Für denjenigen, der ihn aus dem Haus schafft, soll der Schrei eine Art Todesomen sein. Innerhalb einer Frist von einem Jahr soll dessen Ableben eintreten.