Ilsenstein
Ein Riese soll mit seiner wunderschönen Tochter Ilse auf dem Ilsenstein im Harz, bei Wernigerode, gelebt haben. Noch heute sind dort die Reste einer um 1018 erbauten Burg zu finden. Der Sache nach soll die schöne Ilse einen Ritter geliebt haben, der auf dem gegenüberliegenden Westberg wohnte. Ilses Vater war alles andere als erfreut über diese Liebschaft und Schlug die Felsen entzwei. Auf diese Weise soll das dortige Tal entstanden sein.

Ilse war darüber sehr verzweifelt und nahm sich das Leben indem sie sich hinab in den reißenden Fluß stürzte. Seiher soll sie oftmals in einem weißen Gewand am Fuße des Steins gesehen worden sein. Sie entledigte sich dann dort ihrer Kleider und wusch sich dann im Fluß. Jeder, der sie dabei zu sehen bekam wurde von ihr mit auf ihr Kristallschloss genommen. Dort wurde er dann königlich belohnt.

 
Doch nicht jeder, der die schöne Ilse erblickte, hatte dieses Glück. Mit einer Springwurzel (eine sagenumwobene Pflanze unbekannter botanischer Herkunft die neben anderen Wunderkräften, insbesondere dazu in der Lage war Türen, Schlösser und Schatzkammern zu öffnen) gelangte eines ein Schäfer in das Zauberschloß. Auf dem Rückweg verlor dieser dann sein Leben. Gierig packte er sich im Schloss seine Taschen voll mit Gold. Dabei vergaß er die Springwurzel wieder an sich zu nehmen. Als er zurück kam wurde er daraufhin, von dem sich schließenden Felsen, erschlagen.

Auch ein Pferdejunge, der das Schloss besuchen durfte, hatte weniger Glück. Reich beschenkt trat dieser aus dem Schloss. Er konnte es jedoch nicht erwarten seinen Reichtum anzublicken und schaute daher zu früh in den Beutel, in dem sich das Gold befand. Er warf einen Blick hinein und konnte zusehen wie sich alles Gold augenblicklich in Pferdemist verwandelte.

 
Um den Ilsenstein vermischen sich verschiedene volkstümliche Motive der Sagengestalten. So ist Ilse einmal die erotische weiße Frau die umherirrende Wanderer verführt, eine betörende Schatzhüterin oder die unnachgiebig Verwunschene.