Hark Olufs
In Nordfriesland, genauer gesagt in Nebel auf Amrum, befinden sich auf dem Friedhof der St. Clemenskirche Grabsteine die aus Wesersandstein gefertigt wurden. Auf einem dieser Steine sind Säbel, Bogen und Köcher, ein Kreuz, Standarte, ein Reichsapfel sowie eine Krone abgebildet. Es handelt sich hierbei um den Grabstein von Hark Olufs. Dessen Lebensgeschichte, die sich in schriftlicher Forum auf dem Grabstein befindet, soll sich tatsächlich so zugetragen haben.

1724 soll der damals 16jährige Hark Olufs, bei den Scilly Inseln, von türkischen Seeräubern aufgegriffen und in Algier, auf dem Sklavenmarkt, verkauft worden sein. Beyes von Constantin, ein tunesischer Herrscher, nahm sich schließlich seiner an. Olufs erlernte im Laufe de Zeit die arabische, türkische und französische Sprache. Diese Sprachkenntnisse blieben nicht lange außer Achtung. Als der Bay darauf aufmerksam wurde, machte er Hark zu seinem Schatzmeister. Er bekam daraufhin ein gutes Gehalt, Land, Kamele, zwei Schreiber und ettliche Vergünstigungen. Olufs wurde sogar das Kommando über Beyes fünfhundertköpfige Leibwache übertragen. Dem gebürtigen Amrumer ging es richtig gut. Dennoch hatte er ständig Heimweh. Er fügte sich jedoch seinem Schicksal und begleitete seinen Herr sogar auf den Pilgerfahrten nach Mekka.

 
Am 25. April 1736, ein halbes Jahr nachdem der Bey ihm, aus Dankbarkeit für seine Treue, seine Freiheit zurück schenkte, kehrte er nach Amrum zurück. Es fiel ihm schwer sich in seiner Heimat einzugewöhnen. Die Einheimischen begegneten ihm misstrauisch und seine Wallfahrten nach Mekka wurden ihm höchst übel genommen. 1737 heiratete er. Aus der Ehe mit Antje Harken gingen 5 Kinder hervor. 1754, im Alter von 46 Jahren, starb Olufs an den Folgen eines Blutsturzes.

Im Laufe der Jahre wurde die abenteuerliche Geschichte von Hark Olufs immer weiter ausgeschmückt. So soll er z.B. in der Fremde große Schätze zusammengetragen und diese mit nach Amrum gebracht haben. Daher soll er, nach seinem Tod, keine Ruhe in seinem Grab gefunden haben, da er das Versteck seines Schatzes, nichteinmal seinen Kindern verraten hatte. Deshalb wanderte jede Nacht sein Geist auf der Anhöhe umher, die zwischen Nebel und seinem Heimatort Süddorf liegt.

Irgendwann fasste ein Einheimischer seinen ganzen Mut zusammen und sprach mit dem Geist Oluf´s. Olufs erzählte dem Mann was ihn bedrückte und bat den Mutigen Herren unbedingt seiner Familie mitzuteilen, wo die Meisten seiner Schätze versteckt seien. Sie sollten unter der Türschwelle seines Hauses in Süddorf vergraben liegen.

Seine Nachkommen gruben daraufhin an dieser Stelle und fanden dort tatsächlich einen Schatz in Form einer großen Menge Geld. Sie teilten das Geld friedlich untereinander auf. Von diesem Tag an wurde der Geist Olufs nichtmehr gesehen. Er hatte endlich Ruhe gefunden.