Uri Geller steht Rede und Antwort
URI GELLER WURDE DURCH SEINE FÄHIGKEIT LÖFFEL UND ANDERE METALLGEGENSTÄNDE MIT REINER GEDANKENKRAFT ZU VERBIEGEN WELTBERÜHMT. DOCH ER KANN WEIT MEHR ALS NUR GEGENSTANDE AUS DER FORM BRINGEN.

23. November 1973 trat der damals 27 -jährige Uri Geiler erstmals im britischen Fernsehen auf und erregte landesweit erhebliches Aufsehen, denn offenbar vermochte er allein aufgrund seiner paranormalen Kräfte Besteckteile zu verbiegen und defekte Uhren wieder in Gang zu setzen. Im Anschluss an seine spektakulären Fernsehauftritte liefen jedesmal die Telefone heiß: Aufgebrachte Eltern teilten dem Sender mit, dass ihre Kinder soeben das Familienbesteck verbogen hätten. Uri Geiler wurde über Nacht zum Medienstar.

Nachdem er die meisten Parapsychologen in aller Welt davon überzeugt hatte, dass er tatsächlich über paranormale Fähigkeiten verfügte und kein Schwindler war, ließen ihn Presse und Medien in den 70er-Jahren nicht mehr aus ihren Fängen. Doch da er immer wieder unter Beschuss einer kleinen Gruppe unbelehrbarer Kritiker und Skeptiker geriet, die ihn unbedingt als Scharlatan bloßstellen wollten, kehrte er den Medien schließlich Konsequent den Rücken und zog sich aus der Öffentlichkeit zurück. Er verdingte sichh nun bei großen Mineralölgesellschaften als Öl- und Edelmetallsucher und verdiente als Rutengänger sehr viel Geld.

 
Als ich das erste Mal bemerkte, dass ich über außergewöhnliche Kräfte verfüge, saß ich bei uns daheim in der Küche und aß eine Pilzsuppe. Ich führte den Löffel zum Mund und er begann sich wie von selbst zu verbiegen, bis er schließlich entzweibrach. Damit fing alles an. Später schenkte mir mein Vater eine Uhr und es gelang mir die Zeiger allein durch Geisteskraft zu bewegen. Damals konnte ich meine Fähigkeiten allerdings noch nicht einordnen"

 
Woher haben Sie diese Fähigkeiten?
Meine Mutter stammt aus der Familie des Psychoanalytikers Sigmund Freud - mein Name lautet eigentlich Uri Geller-Freud -, und sie war der Meinung, dass er mir gewisse Kräfte vererbt habe. Vor einiger Zeit las ich zu meiner Überraschung in der deutschen Zeitschrift Esotera, dass Freud mit Albert Einstein tatsächlich Telepathie-Experimente durchgeführt hat.


Wurden Ihre paranormalen Kräfte durch irgendeinen bestimmten Vorfall ausgelöst?
Das weiß ich nicht mehr genau, aber als ich sechs Wo­chen alt war und noch in Tel Aviv lebte, schoss eines Tages die Kugel eines britischen Soldaten durch unser Fenster. Ich wäre von den Glassplittern getroffen worden, wenn sich nicht ein Teddybär irgendwie vor mein Gesicht bewegt hätte. So blieb ich wunderbarerweise unverletzt. Ein anderes Mal spielte ich gerade im Garten, als ich vom Himmel her ein merkwürdiges Geräusch hörte. Als ich nach oben sah, wurde ich von einem hellen Lichtstrahl getroffen und verlor das Bewusstsein. Ich frage mich manchmal, ob dieses Licht nicht von einer höheren Intelligenz stammte.


Von einer außerirdischen Intelligenz?
Warum nicht? Andrija Puharich, der Wissenschaftler, der mich nach Amerika brachte, ist der Ansicht, dass ich meine Kräfte kosmischen Wesen verdanke. Ich kann das nicht gänzlich ausschließen, sondern höchstens sagen, dass es zu 90 Prozent nicht der Fall ist. Aber den Rest müssen wir offen lassen. Wie könnte ich es mit Sicherheit ausschließen? Ich bin ein sehr re ligiöser Mensch und glaube an Gott. Und ich weiß, dass Gott unendlich ist und in der unvorstellbaren Weite des Universums Milliarden von Sternen und Planeten kreisen. Auf einem davon muss doch in irgendeiner Form intelligentes Leben entstanden sein. Vielleicht können diese Wesen uns besuchen und vielleicht verdanke ich meine paranormalen Fähigkeiten tatsächlich extraterrestrischen Wesen.


Wie wurden Sie entdeckt?
Da kam so einiges zusammen. Nach meiner Verwundung im Sechstagekrieg arbeitete ich zunächst als Dressman. Eines Tages verbog ich für einen Fotografen einen Schlüssel und er lud mich daraufhin zu einer Party ein. Nach und nach wurden die Partys und die Gäste immer wichtiger. Zuerst waren es Fotografen, dann Anwälte, Richter, Politiker, und schließlich traf ich sogar die Ministerpräsidentin Golda Meir. Am folgenden Tag wurde sie interviewt und antwortete auf die Frage nach der Zukunft Israels: »Fragt nicht mich, fragt Uri GeIler.« Dies war natürlich die beste Werbung, die ich mir vorstellen konnte. Von diesem Tag an stand mein Telefon nicht mehr still, und jeder wollte mich sehen - eine wahre Massenhysterie!


Wie wurde die wissenschaftliche Szene auf Sie aufmerksam?
Der Wissenschaftler Andrija Puharich sah mich ein­mal auf der Bühne und sagte hinterher zu mir: »Wenn das keine Tricks und Sie kein Magier sind, dann ist das unglaublich.« Er stellte mich sogar Edgar Mitchell vor, einem Astronauten, der schon einmal auf dem Mond war, sowie Hal Putthof und Russell Targ vom berühmten Forschungsinstitut der Universität Stanford (SRI). Ich reiste dann in die USA und unterzog mich am SRI Anfang der 70erjahre mehreren Labortests.


Was hielt das SRI von Ihren Fähigkeiten?
Sie haben meine paranormalen Fähigkeiten auf die Probe gestellt und in Nature, dem angesehensten Wissenschaftsmagazin der Welt, einen Artikel darüber veröffentlicht - womit meine Fähigkeiten als erwiesen galten. Damit begannen allerdings auch die massiven und bösartigen Angriffe gegen mich. Einige Magier behaupteten, alles wäre nur Schwindel und ich würde mit Laserstrahlen, Chemikalien oder Taschenspie-lertricks arbeiten und die Menschen täuschen.


Einer Ihrer schärfsten Kritiker ist der illusionist James Randi ...
Dazu möchte ich mich nicht einmal äußern, vor allen Dingen auch, weil ich ihn verklagt habe. Einige Skeptiker kann man wirklich nur bedauern, sie haben einfach den Anschluss an das verpasst, was seit einiger Zeit auf der Welt geschieht. Sie klopfen sich gegenseitig auf die Schulter und loben sich über den grünen Klee. Das ist aber Gott sei Dank nur noch eine verschwindende Minderheit und diese Leute werden allmählich aussterben, während sich die Berichte über Paranormales und Außerirdisches immer mehr häufen, weil sie eine Tatsache sind. Ihre engstir- nige Geisteshaltung hat keine Zukunft.


Was empfanden Sie, als Sie ständig des Betrugs bezichtigt wurden?
Ich kam mir vor, als würden mich alle durch ein Vergrößerungsglas inspizieren. Ich trat deshalb nicht mehr auf und arbeitete eine Zeit lang für Ölgesellschaften. Dort setzte ich meine Kräfte dafür ein, Mineralvorkommen zu finden. Das hat mich unabhängig und zudem ziemlich reich gemacht, und ich konnte mir jeden, mit dem ich nichts zu tun haben wollte, endlich vom Leibe halten. Aber Geld ist nicht das Wichtigste in meinem Leben - Gesundheit ist viel wichtiger. Geld hat natürlich seine guten Seiten. Es verschafft einem ein wenig Zeit, Bequemlichkeit und die wunderbare Freiheit auf Angebote zu erwidern: »Sorry, ich bin nicht interessiert.«


Was sind Ihre neuesten Projekte?
Ich bin für Wissenschaftler tätig. Diese Projekte sind positiver Art, aber geheim. Mir wird nicht mehr wie früher ständig auf den Zahn gefühlt. Heute heißt es nicht mehr: »Hat Uri Geller übernatürliche Kräfte oder nicht?« Stattdessen fragt man: »Wie können wir diese Kräfte nutzbringend einsetzen?« Kürzlich nahm ich an einer Konferenz teil und demonstrierte meine Fähigkeiten vor einigen renommierten Wissenschaftlern. Ich traf den Nobelpreisträger Brian Josephson. Er ist einer der bedeutendsten Physiker Englands und war zutiefst von meinen paranormalen Fähigkeiten beeindruckt.


Glauben Sie, dass die Einstellung der Leute gegenüber paranormalen Dingen sich allmählich ändert?
Absolut. Die Jahrtausendwende spielt hier eine wichtige Rolle. Die Menschen sind offen für neue Horizonte. Ich hoffe, dass irgendwann einmal ein UFO auf der Erde landet, und zwar an einem Ort, an dem es jeder mitbekommt - vielleicht im Central Park in New York. Dann wäre endlich Schluss mit all den Spekulationen. Ich weiß, dass uns die Regierungen einiges vorenthalten. Ich kenne den Astronauten Edgar Mitchell und er weiß auch von diesen Dingen. Ich habe mit FBI- und CIA-Agenten zusammengearbeitet und da sickern immer einige Infor-mationen durch.


Wird also bald etwas passieren?
Etwas Bedeutendes. Die Informationen der NASA über mögliches Leben auf dem Mars sind unfassbar. Ich denke, dass es in zehn Jahren vielleicht ein Zusammentreffen geben wird. Ich habe seit dem Jahre 1969 einigen Menschen die Augen geöffnet. Wenn man einmal die verstockten Zyniker beiseite lässt, dann gibt es noch die Millionen von Menschen, die prinzipiell sagen: »Naja, ich weiß nicht.« Aber es gibt Milliarden von Menschen, die es noch nicht verlernt haben zu träumen und an etwas zu glauben - Menschen, die noch eine Vision haben. Das sind diejenigen, die unsere Welt voranbringen, und an diese für neue Dinge offenen Menschen möchte ich mich wenden.


Welche Folgen hat es, wenn Ihre Kräfte wissenschaftlich bestätigt sind und immer mehr Menschen daran glauben?
Ich kann Ihnen nur sagen, wovon ich träume. Ich nenne es jeden­falls einen Traum, aber ich hoffe, er wird Wirklichkeit. Es ist allerhöchste Zeit, dass wir uns über die Abrüstung der Atomwaffen Gedanken machen. Wir schweben ständig in der Gefahr eines Nuklearkrieges, und irgendwann wird es vielleicht eine Katastrophe geben. Diese kann durch eine Terroristenorganisation ausgelöst werde, die eine Bombe zündet oder durch ein Leck in einem Atom-U­Boot. Ich möchte die Menschen aufrütteln und hoffe, dass die Energie von drei oder vier Milliarden Menschen dem allen Einhalt gebieten kann.


Wie wollen Sie eine so große Anzahl von Menschen mobilisieren?
Ich versuche bei der Olympiade im Jahr 2000 einen Sendeplatz zu bekommen. Es ist eigentlich noch zu früh darüber etwas zu erzählen, doch die Türen öffnen sich bereits. Die kollektive Kraft von Milliarden von Menschen wird ungeheuer sein und Unglaubliches bewirken, davon bin ich fest überzeugt. Ich kann nur beten, dass sich diese Idee verwirklichen lässt.