Hypnose und andere veränderte Bewußtseinszustände

   
In manchen wissenschaftlichen Kreisen ist die Parapsychologie geradezu verrufen - oft verbindet man sie mit betrügerischen Medien, Spiritismus und ähnlichem. In einer Zeit, wo Hypnose regelmäßig bei der Behandlung von Fettleibigkeit, Rauchen und sogar in der Zahnmedizin eingesetzt wird, sollten wir uns vielleicht in Erinnerung rufen, dass auch die Hypnose in ihrem Anfangsstadium, dem "Mesmerismus", in sehr schlechtem Ruf stand. Franz Anton Mesmer, der im Jahr 1764 in Wien in Medizin graduierte, behauptete, dass die Planeten der Menschen durch eine Art Magnetismus beeinflussten.

Nachdem er versuchsweise Magneten zur Behandlung von Patienten einsetzte, stellte er eine Kraft fest, die er "animalischen Magnetismus" nannte; Mesmer meinte, dass diese Kraft vom Nervensystem des Arztes oder "Mesmeristen" ausginge und über dessen Hände übertragen werde. Die Nachfrage nach Mesmers eigenartiger Heilmethode wuchs. Er wirkte sogar in Paris, wo die Menschen mit allen nur erdenklichen Beschwerden zu ihm kamen. Wie ein Magier gekleidet, hielt sich Mesmer im Hintergrund des Raumes auf, während seine Patienten zu leiser Musik mit dem baquet behandelt wurden, eine Art hölzernem Waschzuber mit Eisenspäne darin, die angeblich Mesmers heilenden Magnetismus speichern sollten. Der Ärztestand war jedoch keineswegs beeindruckt und erklärte, dass die Heilungen, von denen Mesmer berichtete, und die oft von Krämpfen begleitet waren, auf "Einbildung" beruhten. Dessen ungeachtet führten Mesmers Nachfolger sein Werk - auf etwas wissenschaftlichere Art - weiter. In England wendeten John Elliotson und James Braid Hypnose an, um Patienten vor der Operation zu anästhetisieren.

Vielleicht mehr Showman als Arzt, doch seine als"Mesmerismus" be-kannte Heilmethode machte immerhin als erste die Kräfte des Geistes zunutze.
 
Man würde wohl heute noch voll Hochachtung von ihnen sprechen, wäre nicht just zu jener Zeit das Chloroform aufgetaucht, das die hypnotische Anästhetisierung überflüssig machte. Das medizinische Establishment vertrieb Elliotson von seiner Lehrstelle, und als bekannt wurde, dass Braid mit hypnotischer Anästhesie gelungene Amputationen von Gliedermaßen durchgeführt hatte, behauptete man kurzerhand, dass seine Patienten sich den Schmerz nur nicht anmerken ließen. Mesmers ausgezeichneter Schüler de Puységur, dem die Krampfanfälle und die Sensationsgier rund um Mesmers Methode zuwider waren, stellte fest, dass der Trancezustand, den der Mesmerist einleitete, ein wichtiges therapeutisches Mittel zu sein schien. In diesem Zustand, so sagte er, könne der magnetische Einfluss auf das Nervensystem des Patienten wirken. Nach und nach entwickelte sich so die Hypnose - jene mit ruhiger Stimme gegebenen Aufforderungen, sich zu entspannen, zu schlafen, sich fallen zu lassen.

 

Mesmers berühmter Holzzuber. Ein zeitgenössischer Beobachter bemerkte dazu: "Er[Mesmer] verwendete einen großen Zuber, an dem kurze Stricke bzw. Eisenhaken angebracht waren, die die Patienten an ihren schmerzenden Gliedern befestigten… Die Magnetiseure - insgesamt etwa 100 in Mesmers Geheimnisse Eingeweihte - streichen mit der Hand über die betroffenen Körperteile, um auf diese Weise den "animalischen Magnetismus" zu fördern.
 
ASW und Hypnose
Obwohl heute kaum noch jemand an den Zusammenhang zwischen Magnetismus und Hypnose glaubt, so ist ein Detail davon auch für uns noch von Bedeutung. Kontinentaleuropäische Hypnotiker sprachen immer wieder von einer so genannten "Gemeinschaft des Empfindens" zwischen dem Hypnotiseur und dem Hypnotisierten.
Die "magnetische Kraft" , die zwischen ihnen wirksam ist, schien paranormale Phänomene, vor allem Telepathie, hervorzurufen.

Die hypnotisierte Person war offensichtlich in der Lage, die Gedanken des Hypnotiseurs zu lesen und seine Aufforderungen auszuführen, noch bevor sie der Hypnotiseur überhaupt ausgesprochen hatte. Mesmer selbst führte "Hypnose auf Distanz" durch, wobei - so stellte Mesmer es selbst dar - die hypnotisierte Person auf die Gedanken des Hypnotiseurs reagierte, obwohl die beiden außer Reichweite der herkömmlichen sensorischen Kommunikation waren. Hypnotisierte sollen außerdem in der Lage gewesen sein, ferne Ereignisse wahrzunehmen, wenn sie vom Hypnotiseur entsprechende Anweisungen erhielten.

Bevor wir uns dem Problem der Beweisbarkeit solcher Behauptungen zuwenden, müssen wir uns die Frage stellen, wie man überhaupt zu der Annahme kommt, dass Hypnose ASW begünstigt. Könnte etwa die Lärmreduktion bez. Die Hinwendung auf innere Vorgänge dafür verantwortlich sein?

 
Bevor wir uns dem Problem der Beweisbarkeit solcher Behauptungen zuwenden, müssen wir uns die Frage stellen, wie man überhaupt zu der Annahme kommt, dass Hypnose ASW begünstigt. Könnte etwa die Lärmreduktion bez. Die Hinwendung auf innere Vorgänge dafür verantwortlich sein?

Die Hypnose stellt uns vor ein großes Problem: sie konnte bisher nicht wirklich objektiv nachgewiesen werden, wenngleich jüngste Experimente zeigten, dass es deutliche Unterschiede zwischen der Hirntätigkeiten von Hypnotisierten und der von Personen gibt, die angewiesen wurden, so zu tun als wären sie hypnotisiert. Das Gehirn scheint sich in Hypnose ähnlich zu verhalten wie im Schlaf. Hier liegt allerdings noch einiges an Forschungsarbeit vor, bevor man mit Sicherheit sagen kann, dass es sich bei dem >>hypnotischen Zustand<< um einen speziellen, veränderten Geisteszustand handelt. Manche Psychologen behaupten, das viele der mit >>hypnotischer Trance<< einhergehenden Phänomenen auch bei Personen auftreten, die lediglich so tun, als wären sie hypnotisiert. Ob das allerdings ausreicht, um gegen Schmerzen unempfindlich zu sein…?

Glücklicherweise gibt es einige Merkmale, die charakteristisch für hypnotisierte Personen sind, wenngleich sie nicht allein bei Hypnose vorkommen; diese Merkmale können uns den Zusammenhang zwischen Hypnose und der Lärmreduktionstheorie verständlicher machen. Das Wesendliche an der Hypnose ist die Kombination aus Entspannung und verringerter Aufmerksamkeit für äußere Einflüsse - mit Ausnahme der Stimme des Hypnotiseurs.

Diese deutlich reduzierte Empfänglichkeit für herkömmliche Sinneseindrücke scheint typisch für den hypnotischen Zustand zu sein; somit liegt auch die Annahme nahe, dass Hypnose der ASW förderlich sein müsste. Gibt es Hinweise, die dies bestätigen?

   
Auswertung der Ergebnisse
Wenden wir uns zunächst der Kategorie von Experimenten zu, die auf der Verbindung von Hypnose und dem Raten der ASW-Karten beruhen. Eine Übersicht stammt von Charles Honorton, wobei Rex Stanford für eine detaillierte Auswertung sorgte.

Es waren 24 Untersuchungen darunter, bei denen die Ergebnisse von hypnotisierten und nicht hypnotisierten Versuchspersonen miteinander verglichen wurden. Von diesen 24 Experimenten wurden in nicht weniger als 14 Fällen signifikante Hinweise auf ASW im Hypnosezustand erbracht. Hingegen wurde ein solches Ergebnis von den 24 im normalen Wachzustand durchgeführten Tests nur einmal erzielt. Im direkten Vergleich wurden in zwölf Fällen ein signifikant besseres Ergebnis erreicht, wenn Hypnose angewendet wurde, jedoch wurde bei keinem einzigen Experiment im Wachzustand ein signifikant besseres Ergebnis erzielt - ein deutlicher Beleg dafür, dass der hypnotische Zustand ASW begünstigt.
Ein anderes interessantes Phänomen dabei ist, dass manche hypnotisierte Personen offensichtlich in der Lage sind, genau anzugeben, wann sie richtig geraten haben.

Aus einigen Studien geht hervor, dass unter Hypnose eine solche Gewissheit, wann Treffer erzielt wurden, häufiger auftritt als im normalen Wachzustand.
 
Eine weitere Methode, ASW-Tests unter Hypnose durchzuführen, besteht im Bilderraten, vergleichbar mit dem Traum- bzw. Ganzfeldexperimenten. Honorton gibt einen Überblick über zehn derartige Tests, von denen in sieben Fällen ASW wirksam zu sein schein. Honorton stellte fest, dass jene Testpersonen, deren Empfänglichkeit für Hypnose am größten war, auch die höchsten Trefferraten aufwiesen. Ein anderes Merkmal der erfolgreichen Testpersonen war, dass ihre Aufmerksamkeit eher nach innen als nach außen gerichtet schien. Genau das war aufgrund der Lärmreduktionstheorie auch zu erwarten. Die Resultate der Karten- sowie der Bilderratetests weisen somit in ein- und dieselbe Richtung.

 
ASW und Hypnose: Die Forschung in der ehemaligen Sowjetunion
Schließlich wollen wir uns noch dem Werk des Russen Leonid L. Wassiliew widmen. Wenngleich die russische Parapsychologie - auch nach den großen Umwälzungen der letzten Jahre - für westliche Wissenschaftler mehr oder weniger ein Buch mit sieben Siegeln ist, so wissen wir doch, dass sich die Russen immer schon sehr für Hypnose und ASW interessiert haben. Schon 1929 gründete man die Experimentelle Kommission für Hypnotismus und Psychophysik, um - selbstverständlich mit Billigung höchster Stellen - im Bereich ASW und Hypnose zu forschen. Im Jahr 1928 besuchte Wassiliew parapsychologische Institute in Frankreich und Deutschland, und 1932 erhielt das Sowjetische Institut für Hirnforschung den Auftrag, eine "experimentelle Untersuchung der Telepathie" zu unternehmen - mit Wassiliew als Leiter des Projekts.

Besonders interessant und Wassiliews Berichten zufolge äußerst erfolgreich waren Versuche, Testpersonen aus der Ferne zu hypnotisieren. Bei diesen Untersuchungen wurden Personen mit hoher Empfänglichkeit für Hypnose aus einer Entfernung von über 1500 Kilometern in hypnotische Trance versetzt bzw. in manchen Fällen wieder aufgeweckt. Die Zeiten, zu denen hypnotische Anweisungen gegeben wurden, waren zufällig gewählt. Mitunter wurden auch Kontrollexperimente mit nicht hypnotisierten Personen durchgeführt. Leider gab es bei diesen Experimenten einige schwerwiegende Mängel.

Obwohl nämlich die Zeit zwischen der Anweisung und deren Effekt auf die Versuchsperson mit der Stoppuhr gemessen wurde, sind rund 40% der eingetragenen Zeiten lediglich in Minuten angegeben - also keine allzu große Genauigkeit. Was die Experimente mit hypnotischer Schlafinduktion betrifft, so schliefen schließlich alle Versuchspersonen ein - egal ob hypnotisiert oder nicht. Wassiliews Resultate zeigten, dass einige ganz einfach rascher einschliefen als andere. Genauere Aufzeichnungen wären nötig gewesen, um dies als Beleg für ASW ansehen zu können. Außerdem hätte die Zuteilung der Versuchspersonen in die Hypnose- bzw. Nicht-Hypnose-Gruppe rein zufällig erfolgen sollen bzw. hätte man sie in beide Kategorien gleich oft testen müssen. Dazu braucht man sich nur folgendes vorzustellen: Was wäre, wenn jene Testpersonen, die ohnehin sehr leicht einschlafen, der Hypnosegruppe zugeteilt wurden, während jene, die eher dazu neigen, lange wach zu bleiben, in die andere Kategorie kamen? Die Personen der Hypnosegruppe würden natürlich rascher einschlafen - aber was hätte das mit Fernhypnose zu tun? All diese Gründe sprechen eher dagegen, daß Wassiliews Arbeit uns wirklich brauchbare Ergebnisse beschert haben könnte. Es wurden leider nach seinem Tod im Jahr 1966 von seinen Schülern kaum Forschungsaktivitäten unternommen, um seine Ergebnisse zu bestätigen. Zwar erfreut sich die russische Parapsychologie immer noch der Unterstützung höchster Stellen, doch es gelangen kaum wirklich gut dokumentierte Berichte in die Hände von westlichen Wissenschaftlern. Den Berichten, die vorgelegt werden, fehlen zumeist wichtige Angaben über Testbedingungen und Auswertungskriterien. Das Interesse der Russen an Psi und Hypnose trat - eher unerwartet - bei den Schachweltmeisterschaften im Jahr 1978 deutlich zutage; damals behauptete der Exilrusse Viktor Kortschnoi, der im Finale gegen den Russen Anatoli Karpow antrat, daß ein Mann aus Karpows Gefolge, der mysteriöse Dr. Zoukhar, ihn aus der Ferne zu hypnotisieren versuchte. Bill Hartston, immerhin British International Master im Schach, und Carl Sargent, sprachen mit Kortschnoi und Michael Stean, seinem Assistenten in jenem Match; Hartston diskutierte die Sache außerdem mit Boris Spassky, einem Exilrussen, der auf dem Weg zu den Finalkämpfen 1978 von Kortschnoi besiegt worden war. Aus diesen Gesprächen ging hervor, daß russische Schachmeister in der Regel mit Hypnose und ASW umzugehen lernen.

Ob es sich dabei nur um Maßnahmen zur Motivationssteigerung handelt, ist schwer zu sagen; jedenfalls ist es nicht wahrscheinlich, daß sich Schachgroßmeister für Psi-Experimente zur Verfügung stellen. Am wichtigsten aber bleiben für uns konkrete Daten. Die Ergebnisse von Hypnose-Experimenten lassen klare Auswirkungen auf die ASW-Leistung erkennen. Honorton, der alle veröffentlichten Berichte eingehend überprüfte, zog folgendes Resümee: "Ich glaube, es führt heute kein Weg mehr an der Schlussfolgerung vorbei, daß hypnotische Induktionsverfahren ASW fördern."

 

Karpow gegen Kortschnoi: Ein Psychoduell? Viktor Kortschnoi behauptete, daß sich im Lager von Karpow ein Telepathie-Experte befand, der während des Matches seine, Kortschnois, Konzentration zu stören versuchte. Paranoide Phantasie oder wissen-schaftliche Realität?
 
Entspannung - Der Schlüssel zur ASW?
Die Entspannung des Körpers ist ein wesentlicher Faktor beim Vorgang der Lärmreduktion.. Im entspannten Körper ist die willentlich gesteuerte Muskeltätigkeit sehr gering, und diese verbleibende Aktivität lässt sich zuverlässig mit dem Elektromyographen (EMG) messen. Angesichts der großen Bedeutung der Entspannung, die noch dazu problemlos gemessen werden kann, mag es verwundern, daß systematische Untersuchungen zur Entspannung und Psi erst in jüngster Zeit eingeleitet wurden.

Im Fall der Traum-ASW-Forschung musste die Parapsychologie auf Kleitmans Entdeckung der REM-Phasen warten, ehe das Maimonides-Team sich kurz darauf an die Arbeit machte. Hingegen war Jacobsons klassisches Werk Progressive Relaxation schon etwa 35 Jahre alt, bevor William und Lendell Braud es in den Dienst der Parapsychologie stellten. Die Frage war, ob das messbare physiologische Phänomen der Entspannung eine - positive oder negative - Auswirkung auf die ASW- Testleitung haben würde.

Im Jahre 1969 begannen die Brauds mit Experimenten, bei denen sie sich einer modifizierten Form von Jacobsons Technik zur Tiefenentspannung bedienten. Ihre erste Versuchsperson, ein 26jähriger Hochschullehrer,wurde nun angewiesen, zunächst seinen Körper zu entspan-
 
nen, indem er die Muskeln abwechselnd an- und entspannte; danach sollte er sich geistig entspannen - und zwar, indem er sich einerseits auf angenehme Bilder konzentrierte (z. B. friedliche Landschaften) und andererseits versuchte, seinen Geist soweit wie möglich passiv und leer werden zu lassen. Währenddessen wählte ein Sender in einem etwa 20 Meter entfernten Raum nach einem Zufallsverfahren ein Zielbild aus etwa 150 postkartengroßen Bildern aus. Dieser Sender versuchte, einzelne Details an den Empfänger zu übermitteln - und zwar Formen, Farben, ja sogar Geschmäcker und Gerüche, die in dem Zielbild vorkamen oder dadurch assoziiert wurden.

Jeden Tag wurde ein neues Zielbild für die Sitzung ausgewählt. Die Sitzung wurde damit beendet, daß der Lehrer seine Eindrücke während des entspannten Zustandes niederschrieb. Nach sechs Sitzungen wurden diese Berichte sowie die sechs Zielbilder einem unabhängigen Gutachter ordnete jedem Bericht das richtige Bild zu. Die Wahrscheinlichkeit, daß Zufall dafür verantwortlich war, beträgt 1 zu über 700.
Natürlich kann uns das Ergebnis einer einzelnen Person noch keine Aufschlüsse über den Zusammenhang zwischen Entspannung und ASW im Allgemeinen geben. Solche Aufschlüsse erhofften sich die Brauds von der einer Serie von sieben Experimenten, bei dem 22 Versuchspersonen -einzeln und in Gruppen - getestet wurden. Bei einer Zufallserwartung von 50% wurde bei diesen Tests eine Erfolgsquote von 86% erzielt, wobei aber in einigen Fällen auch die Qualität der Übereinstimmung erstaunlich war. Bei einer Testsitzung sah der Empfänger beispielsweise ganz deutlich ein Glas Coca-Cola. Das Zielobjekt war eine Coca-Cola-Reklame!

Bei manchen Telepathie-Experimenten waren Sender und Empfänger rund 2000 Kilometer voneinander entfernt; auch diese Tests verliefen, so wie die übrigen, durchaus erfolgreich. Betrachtet man alle Ergebnisse dieser zweijährigen Versuchsreihe in ihrer Gesamtheit, so ergibt sich eine Antizufallswahrscheinlichkeit von 1 zu 1000.

In späteren Experimenten stellten die Brauds direkte Vergleiche zwischen Versuchspersonen an, die in Tiefenentspannung agierten und solchen, die vor dem ASW-Test Übungen zur Muskelanspannung durchgeführt hatten. Die Unterschiede in der Muskelaktivität wurden mittels EMG gemessen, und wiederum zeigte sich, daß im entspannten Zustand bessere Ergebnisse erzielt werden konnte. Rex Stanford und andere Forscher konnten diese Experimente wiederholen, wodurch die von den Brauds erzielten Ergebnisse bestätigt wurden. Interessanterweise konnten solche eindrucksvollen Resultate in späteren Experimenten nicht mehr erreicht werden.

Ein Grund dafür mag gewesen sein, daß die Entspannung nicht exakt genug gemessen wurde. Vielleicht lag es auch daran, daß ein allgemeiner Standard für den Grad der Entspannung fehlte. Bliebe schließlich ein letzter Punkt: Die Bedeutung der Entspannung ist mittlerweile in der Parapsychologie allgemein anerkannt. Es werden deshalb in fast allen ASW-Experimenten - egal welcher Art - Entspannungstechniken angewendet. Bei den Tests. Die sich ausschließlich mit den Auswirkungen der Entspannung beschäftigen, ist es deshalb schwierig, in denen keinerlei Elemente der Entspannung wirksam sind. Der einzige Ausweg ist eine genaue EMG-Messung. Trotz dieser Probleme lässt sich sagen, daß mit den Ergebnissen der Braud-Experimente und späterer Wiederholungen die Theorie von der Lärmreduktion eine Bestätigung erfahren hat.

 
Meditation und ASW
Immer wieder in der Geschichte haben Menschen, die - in welcher Form auch immer - Meditation praktizieren, darauf hingewiesen, daß während dieses Zustandes der Meditation die Kräfte des Geistes verstärkt würden. In Indien gab es immer Yogis, die behaupteten, sie könnten bestimmte körperliche Prozesse wie Atem- und Herztätigkeit willentlich steuern.

Auch von Psi-Effekten wurde in diesem Zusammenhang immer wieder berichtet, wenngleich diese als eher unerwünschter Nebeneffekt, keineswegs jedoch als das eigentliche Ziel der Meditation angesehen wurden. Es war stets ein Merkmal von Mystikern und Propheten vieler Kulturen, daß sie ihre "Wahrheiten" in besonderen Bewusstseinszuständen verkündeten.

Solche Zustände werden in der Regel durch gewisse rituelle Handlungen herbeigeführt, wie etwa die physischen und spirituellen Übungen der Yogis, gewisse Tänze und Gesänge, Fasten usw. Für uns stellt sich die Frage, ob solche Bewusssteinsveränder- ungen ASW fördern können. Wir wollen dazu kurz den Bereich der Parapsychologie verlassen und uns ansehen, was über die bereits angesprochene Fähigkeit, körperliche Prozesse zu beeinflussen, berichtet wird..

Ein indischer Fakir auf seinem Nagelbrett. Wenn die Nerven-
Enden Schmerzsignale auslösen, lässt das Gehirn sie jeden-
Falls nicht ins Bewusstsein dringen. Die Haut des Fakirs
weist keinerlei Spuren von Verletzungen auf.
 
Bestimmt haben viele schon einmal eines jener berüchtigten Bilder gesehen, auf denen ein Schüler der so genannten Transzendentalen Meditation (TM) mit gekreuzten Beinen bei einer angeblichen Levitation zu sehen ist. So etwas dürfte eher erheitern wirken.

Doch neben solchen Kuriositäten gibt es seriöse Untersuchungen, die die Annahme nahe legen, daß zumindest manche Meditierende in der Lage sind, körperliche Prozesse nennenswert zu beeinflussen. Ein Forscher, der den indischen Yogi Swami Rama studierte, berichtete, daß der Yogi es fertig brachte, sein Herz zum Stillstand zu bringen, und diesen Zustand so lange durchhielt, daß einer der anwesenden Ärzte vor Schreck fast einen Herzanfall erlitten hätte. Es gibt auch Personen, die - Berichten zufolge - in der Lage sein sollen, mittels Transzendentaler Meditation die Herz- und Atemfrequenz stark senken zu können. Solche Phänomene sind mittlerweile sehr gut belegt, und mittels Biofeedback-Techniken kann man selbst lernen, manche von ihnen hervorzubringen. Im Jahr 1969 berichtete die Zeitschrift Science, daß der Mensch sogar lernen kann, die Impulsrate einer einzelnen Zelle in seinem Rückenmark zu beeinflussen. ASW-Experimente, bei denen vergleichsweise mit und ohne Meditation gearbeitet wurde, haben bisher noch keine schlüssigen Ergebnisse erbracht.
Und wenngleich ASW auch oft in Verbindung mit Meditation aufzutreten scheint, so hat der Meditierende doch kaum Kontrolle darüber. Dies lässt sich am besten anhand von Beispielen erläutern.

John Palmer führte ein Ganzfeld-ASW-Experiment mit 20 TM-Praktikern durch, die als Empfänger fungierten. Es zeigte sich nun, daß die Erfolgsquote, die von vier unabhängigen Gutachtern ermittelt wurde, deutlich über der Zufallserwartung lag. Doch als die TM-Personen selbst ihren Bericht den Bildern zuordneten, erzielten sie Ergebnisse weit unter der Zufallserwartung. Es ist schon sehr seltsam, daß zwar vier Gutachter ASW feststellten, doch die TM-Testpersonen nichts davon bemerken konnten. Bei einem PK-Experiment, das Charles Honorton mit einem TM-Lehrer durchführte, zeigte sich, daß, gleichgültig ob ein Ergebnis über oder unter der Zufallserwartung erzielt werden sollte, die Versuchsperson immer darüber lag.

Nach der Meditation hingegen gelang plötzlich beides nach Wunsch. Um das Ganze noch undurchschaubarer zu machen, lag das Ergebnis deutlich unter der Zufallserwartung, als das EEG einen Zustand tiefer Meditation anzeigte. Wiederum wird deutlich: ASW ist wohl vorhanden, doch die Schwankungen sind unerklärlich groß. Auch andere Tests, beispielsweise jene, die Ramakrishna Rao in Indien durchführte, erbrachten keine wirklich schlüssigen Ergebnisse. Was bleibt, ist vorderhand die Feststellung, daß der Zustand der Meditation immer wieder ASW-Effekte mit sich zu bringen scheint.
 

Progressive Entspannung


Auszug aus den Tonbandanweisungen von W. und L. Braud, die auf Jacobsons
Methode der Tiefenentspannung beruhen.

"Spannen Sie zunächst die Muskeln in Ihren Beinen an, halten Sie diese Spannung so lange der Countdown von 10 bis 0 dauert. Fühlen Sie, wie unbequem diese Spannung ist. Spannen sie nun die Muskeln an… 10, 9,8… 3, 2, 1, 0. Jetzt entspannen. Entspannen Sie Ihre Muskeln völlig, atmen Sie aus, und fühlen Sie, wie sehr die Entspannung Sie erleichtert. Entspannen Sie alle Ihre Muskeln und fühlen Sie, wie wohltuend das ist. Spannen Sie jetzt Ihre Bauchmuskeln voll an, bis sie hart und fest sind… 10, 9, 8… 3, 2, 1, 0. Und nun wieder entspannen, entspannen Sie diese Muskeln, fühlen Sie, wie wohl das tut, lassen Sie Ihren Körper in tiefe Entspannung sinken, nur noch entspannen…

Wir beginnen jetzt mit der geistigen Entspannung. Halten Sie den Kopf gerade und drehen Sie Ihre Augen nach oben, bis Sie die Anstrengung spüren… blinzeln Sie nicht… Ihre Augenlider werden müde und schwer… atmen Sie tief ein, langsam ausatmen, fühlen Sie, wie Ihre Augen mit jeder Sekunde schwerer werden, müde und schwer… jetzt schließen Sie die Augen. Fühlen Sie wieder, wie wohltuend die Entspannung wirkt, entspannen Sie Ihre Augenmuskeln, entspannen Sie. Lösen Sie alle Anspannungen, lösen Sie allen Druck. Es tut wohl, so entspannt zu sein. Lärm und Geräusche werden Sie nicht mehr stören, sondern auch dazu beitragen, daß Sie sich noch mehr entspannen.

Entspannen Sie jetzt Ihren Geist, keine geistige Anstrengung mehr… stellen Sie sich etwas Angenehmes, Natürliches vor, eine Landschaft, ein Bild, das Sie lieben, erfreuen Sie sich daran, ohne jede Anstrengung, das Bild kommt Ihnen ganz einfach in den Sinn. Sie sehen sich selbst, wie Sie sich entspannen. Mit jedem Atemzug stellen Sie sich vor, daß die Entspannung immer größer wird…

Entspannen Sie sich jetzt vollkommen, entspannen Sie sich voll und ganz. Lösen Sie Ihren Geist von allen Sorgen und Anspannungen. Das alles hat jetzt keinen Einfluss. Einfach entspannen. Denken Sie an einen weißen Kreis, und kein Gedanke wird Sie mehr ablenken. Ihr Geist ist ruhig und klar…"
 
 
 

Buddhistische Mönche im Gebet. Im Leben eines Mönches wird Meditation täglich Praktiziert. Da der Buddhismus als Ziel das Verschmelzen mit dem Einen hat, wird ASW-Effekten kaum Bedeutung beigemessen.
 
Kann man ASW lernen?
Veränderte Bewusstseinszustände scheinen es möglich zu machen, daß ASW-Signale aus dem übrigen "Lärm" herausgefiltert werden können. Dabei ist eine Frage besonders interessant: Kann man lernen, solche Signale zu erkennen und wahrzunehmen, um dadurch besser mit ASW umgehen zu können? Es gibt durchaus Hinweise in diese Richtung, die in Experimenten im normalen Wachzustand gewonnen wurden.

Im Jahr 1976 erregte Charles Tart von der University of California, Los Angeles, großes Aufsehen mit der Veröffentlichung eines Buches, in dem er seine Methode des ASW-Trainings beschrieb. Diese Methode beruhte auf den Lerntheorien der Psychologie, denenzufolge eine bessere Lernleistung durch regelmäßiges Feedback gewährleistet wird. Dementsprechend erhielt die Versuchsperson durch eine Maschine sofortige Information darüber, ob sie richtig geraten hat oder nicht. Wenn nur ASW eine Art Fähigkeit ist (worüber sich streiten lässt), dann sollte es möglich sein, sie mittels Feedback-Techniken zu trainieren.
 
Tarts Schlussfolgerung aus diesem Experimenten: ASW kann trainiert werden.
Tarts Arbeit steht damit in direktem Gegensatz zur vorherrschenden Meinung innerhalb der Parapsychologie; schließlich hat sich immer wieder gezeigt, daß selbst "Psi-Stars" wie Stepanek ihre Fähigkeiten zumindest teilweise wieder verloren. Tart argumentiert jedoch, daß die ASW-Fähigkeit nicht aus sich heraus abnimmt, sondern daß äußere Einflüsse, Langeweile usw. dafür verantwortlich seien. Tarts Experiment wurde aus technischen Gründen heftig kritisiert. Wir wollen diese Debatten hier nicht wiedergeben, und Tart selbst meinte dazu, daß wir heute wohl schon einen bedeutenden Schritt weiter wären, wenn seine Kritiker nur ein Zehntel ihrer Energie dafür verwendet hätten, seine Experimente zu wiederholen. Seltsamerweise haben sich nur sehr wenige der Experimente mit veränderten Bewusstseins-zuständen mit der Frage des Erlernens von ASW beschäftigt. Genauer betrachtet ist das keine Überraschung. Wenn man bedenkt, daß eine Ganzfeldsitzung über zwei Stunden dauern kann und ein Raumexperiment ohnehin eine ganze Nacht dauert, dann versteht man, daß es allein aus Zeitgründen schwierig ist, auch noch den ASW-Trainingseffekt zu studieren. Die besten ASW-Untersuchnungen mit veränderten Bewusstseinszuständen, die sich dieser Frage annahmen, wurden von Professor Robert Morris und Dr. Deborah Delanoy von der Universität Edinburgh durchgeführt. Auch hier konnte jedoch kein signifikanter Lerneffekt festgestellt werden.

 
Andere Theorien über veränderte Bewusstseinszustände
Die Erforschung von veränderten Bewusstseinszuständen hat der Parapsychologie zu wichtigen Einblicken in die Wirkungsweise von Psi-Phänomenen verholfen. Das aussagekräftigste Beweismaterial stammt von Honortons vorbildlichen Auto-Ganzfeld-Experimenten. Bei derartigen Tests wurden konstant Ergebnisse erzielt, die deutlich über der Zufallserwartung lagen.

Die Bedingungen, unter denen Traum- und Ganzfeldexperimente stattfinden, sind jenen Bedingungen nachempfunden, in denen spontane ASW-Erlebnisse am häufigsten aufzutreten scheinen - in Momenten des Tagträumens und der tiefen Entspannung. Solche Experimente erscheinen uns ganz einfach aussagekräftiger als beispielsweise Kartenratetests. Historisch gesehen haben auch Kartentests einiges beigetragen, doch zweifellos haben andere Methoden deutlicherer Effekte hervorgebracht.

Die Behauptung, daß die Parapsychologie eine Wissenschaft mit vielen angeblichen Fakten aber keinen Theorien sei, ist angesichts der Experimente mit Ganzfeld- und Entspannungstechniken wohl nicht mehr haltbar. Diese Techniken beruhen auf einem klaren theoretischen Modell, das überprüfbare Vorhersagen für künftige Experimente liefern kann. Für das Lärmreduktionsmodell etwa spricht vor allem, daß es funktioniert.

Das soll nicht heißen, daß es nicht noch genug zu lernen gäbe. Wir müssen vor allem den Begriff "Lärm" klarer eingrenzen. Rex Stanford hat einiges in dieser Richtung geleistet. John Palmer wiederum, der ebenfalls eine ganze Reihe von Ganzfeldstudien unternommen hat, geht von einem komplexeren Zusammenhang zwischen ASW und "Lärm" aus als Honorton. Palmer ist der Ansicht, daß veränderte Bewusstseins-zustände - egal ob durch Ganzfeld, Hypnose oder andere Mittel hervorgerufen - dazu neigen, ein Ereignis zu produzieren, das weit von der Zufallserwartung entfernt ist. Was beeinflusst wird, ist die Größe des Effektes. Die Richtung des Effektes - ob über oder unter der Zufallserwartung - wird von anderen Faktoren bestimmt. Diese Unterscheidung ist in Honortons Modell nicht explizit enthalten; hier wird also von der Annohme ausgegangen, daß veränderte Bewusstseinszustände die Tendenz haben, positive ASW-Ergebnisse hervorzubringen. Palmers Modell hat zwei Schwächen.

Die erste liegt darin, daß so gut wie alle signifizierten ASW-Ergebnisse, die im Zusammenhang mit veränderten Bewusstseinszuständen erzielt wurden, über der Zufallserwartung lagen und nicht darunter. Wenngleich Palmers Modell grundsätzlich mit diesem Ergebnis vereinbar ist, so hat es doch den Nachteil, daß es einen solchen ‚Ausgang nicht vorhersagen hätte können, Honortons Modell hingegen sehr wohl.
Die zweite Schwäche an Palmers Modell besteht darin, daß nicht daraus hervorgeht, welche Faktoren die Richtung des ASW-Effektes bestimmen. Die Persönlichkeit mag eine dieser Faktoren sein, da Extravertierte bei ASW-Tests in Verbindung mit veränderten Bewusstseinszuständen stets deutlich höhere Trefferraten erzielen als Introvertierte. Palmers Modell scheint vor allem sozialen Faktoren, also der Atmosphäre, in der ein Experiment vor sich geht, entscheidende Bedeutung beizumessen. Honortons Modell trifft keine spezifischen Vorhersagen bezüglich solcher Faktoren. Wenn sie tatsächlich eine wichtige Rolle spiele sollten, müssen erst geeignete Wege gefunden werden, diese Faktoren zu messen.

Es gibt jedoch einen ganz bestimmten Punkt, der- vergleicht man die beiden Modelle - für Palmers Theorie zu sprechen scheint. Honortons Modell geht davon aus, daß es ein positives Verhältnis geben müsste zwischen der ASW-Leistung in z. B. einem Ganzfeldexperiment und dem Bericht einer Person darüber, wie erfolgreich die Ganzfeldtechnik bei der Veränderung des Bewusstseins war. Testpersonen, die die größten Veränderungen erlebten, sollten die besten ASW-Ergebnisse erzielen, und zwar sollten auf diese Weise stets Ergebnisse über der Zufallserwartung zustande kommen. Palmer sieht das anders. Sein Modell geht davon aus, daß dies dann - und nur dann - so sein würde, wenn das Gesamtergebnis der im Experiment getesteten Gruppe positiv ist. Wird insgesamt gesehen ein negatives ASW-Ergebnis erzielt, dann müsste auch das Verhältnis von ASW-Erfolg und Grad der Bewusstseinsveränderung negativ sein. Doch welchen Grund sollte es dafür geben?

Palmer meint, dies sei deshalb zu erwarten, weil die Personen, bei denen die deutlichste Bewusstseinsveränderung einsetzt, auch am sensibelsten auf die soziale Atmosphäre reagieren müssten; das wiederum müsste sich einem deutlich positiven ASW-Erlebnis niederschlagen, falls die Atmosphäre angenehm ist bzw. in einem deutlich negatives Erlebnis, falls die Atmosphäre unangenehm, formell oder gespannt ist. Für Honorton müssten Personen, bei denen sich eine starke Bewusstseinsveränderung vollzieht, deutlich über der Zufallserwartung abschneiden, für Palmer müssten sie lediglich deutliche Ergebnisse erzielen - über oder unter der Zufallserwartung - wobei die Richtung von anderen Faktoren bestimmt wird.

In diesem Punkt sprechen alle uns vorliegenden Daten für Palmer Theorie. Wenn das Gesamtergebnis einer Testgruppe über der Zufallserwartung liegt, dann besteht ein positives Verhältnis zwischen ASW-Leistung und Grad der Veränderung. Liegt aber das Gesamtergebnis unter der Zufallserwartung - was selten vorkommt -, dann ist dieses Verhältnis negativ. In beiden Fällen sind die Personen mit der stärksten Veränderungen des Bewusstseinszustandes am weitesten von der Zufallserwartung entfernt und weisen somit den stärksten ASW-Effekt aus. Wir können daraus schließen, das Stärke und Richtung des ASW-Effektes abhängig sind von der Veränderung des Bewusstseinszustandes, der Persönlichkeit sowie der Testatmosphäre. Aus all den Experimenten mit veränderten Bewusstseinszuständen geht jedoch hervor, daß die soziale Atmosphäre - sofern sie nicht hochgradig unangenehm ist - keinen allzu großen Einfluss auf die Testergebnisse haben dürfte.

Unser komplexes Modell der drei Faktoren Lärmreduktion, Persönlichkeit und soziales Umfeld scheint sich im Großen und Ganzen zu bewähren. Manchmal allerdings können wir auch ASW-Effekte beobachten, die so klar sind, daß sie keinerlei komplexer Untersuchung bedürfen. Es gibt eben ganz einfach Fälle, wo eine Testperson offenbar in der Lage ist, ein Bild zu sehen, als wäre es vor ihren Augen, wie dies bei Blakes Bild Der Alte der Tage geschehen ist.