Der erstaunliche Daniel Dunglas Home
Daniel Dunglas Home, geboren 1833 in Edinburgh, Schottland, wurde von einer Tante großgezogen, mit deren Familie er im zarten Alter von neun Jahren nach Amerika übersiedelte. Daniel war ein leucht neurotisches und kränkliches Kind und schien in manchem seiner Mutter ähnlich zu sein, von der es hieß sie habe das "Zweite Gesicht". Er war gerade 13 Jahre alt, als er die Erscheinung eines engen Freundes sah. Der "Geist" zog drei Kreise in der Luft, und Daniel meinte gegenüber Onkel und Tante, dies bedeute, dass sein Freund vor drei Tagen gestorben sei. Man nahm ihn zuerst nicht ernst, doch bald stellte sich heraus, dass er Recht hatte. Als vier Jahre später Daniels Mutter starb, sah er auch ihren Geist, von da an behauptete er, nahezu ständig mit den Geistern der Verstorbenen in Kontakt zu sein. Es war gewiss ein sonderbares Kind, das Mary Cook und ihr Mann in Pflege hatten. Mann kann sich ihre Verwirrung vorstellen, als die Geister, mit denen Daniel in Verbindung war, sich durch laute, klopfende Geräusche im ganzen Haus bemerkbar machten - eine Eigenart des so genannten "Poltergeistes". Sie glaubten, Daniel habe ihnen den Teufel selbst ins Haus gebraucht und setzten ihn auf die Straße.

 
All dies geschah zu einer Zeit, als sich in Amerika eine Welle des Spiritismus ausbreitete. Begonnen hatte diese Erscheinung im Jahr 1848 in New England, wo drei Schwestern behaupteten, sie stünden in Kontakt mit den Geistern von Verstorbenen , und bald war das ganze Land von diesem Fieber ergriffen. Tausende und Abertausende Amerikaner wohnten spiritistische Sitzungen bei, wo angebliche Medien seltsame Effekte erzeugten, um die Anwesenden davon zu überzeugen, dass sie tatsächlich mit einer anderen Welt in Verbindung standen. Dies tat sich in mancherlei Weise kund, durch geheimnisvolle Geräusche, Stimmen und fremdartig klingende Musik, leuchtende Apparitionen*, automatisches Schreiben und sogar Levitationen**. In einem solchen Milieu musste Home, dessen mediale Fähigkeiten sich rasch entwickelten, nicht lange nach reichen Gönnern suchen. Bald ergab es sich, dass er regelmäßig Seancen abhalten konnte, bei denen die Geister der Toten den Lebenden Nachtrichten übermittelten. Darin unterschied er sich nicht von den rund 15.000 anderen Medien, die damals in den USA tätig gewesen sein sollen. Bald wurde jedoch klar, dass die Vielfalt der Effekte, die Home hervorzubringen vermochte, ihn von allen anderen abhob. Levitation von Gegenständen sowie von Home selbst und anderen Personen, seltsame Klopfgeräusche, die Berührung durch unsichtbare Hände, von den Anwesenden deutlich gespürt - all diese Phänomene wurden wiederholt von zahlreichen Zeugen bestätigt. Wenn sie sich wirklich so ereigneten, wie berichtet wird, sind sie ein deutlicher Hinweis darauf, dass Psychokinese tatsächlich existiert.

 

Einer seiner bevorzugten Effekte war die Levitation
seines Akkordeons. Als Sir William Crookes das
Instrument in einem Käfig verschloss, konnte es Home
dennoch zum Schweben bringen. Crookes berichtet, es
habe sich im Käfig hin und her bewegt und dabei eine wehmütige Melodie gespielt.

Was genau tat Home und unter welchen Bedingungen? Vorweg soll festgestellt werden, dass während seiner jahrzehntelangen außergewöhnlichen Tätigkeit, in deren Verlauf er sogar Seancen am Hof von Napoleon III. und von Zar Alexander II. abhielt, Home niemals des Betrugs überführt werden konnte. Dabei hatte er zweifellos genug Feinde, die nicht gezögert hätten, ihm zu schaden. Home hielt seine Seancen bei hellem Licht ab, und den Forschern riet er, ihm gegenüber skeptisch zu sein. Er verlangte für seine Seancen kein Geld und war in seinem Leben des Öfteren arm, obwohl er es sich zu einigem Reichtum bringen hätte können, wenn er es gewollte hätte. All das unterscheidet Home von der überwiegenden Mehrheit der damals tätigen Medien. Durch Geister hervorgerufene "Klopfgeräusche" waren bei Homes Seancen recht häufig. Home versetzte sich in leichte Trance, und bald vernahmen die Anwesenden deutlich laute, polternde Geräusche. Zwei Beispiele sollen verdeutlichen, dass diese oft sehr eindrucksvollen Effekte kaum durch Tricks zustande gekommen sein konnten. Es war Januar des Jahres 1863, am Hof Napoleons III., als Home in einem hell erleuchteten Raum ein Tischtuch durch Levitation vom Tisch abhob, von dem er selbst in einiger Entfernung stand.

Einer der Anwesenden, Fürst Metternich, der Home eher ablehnend gegenüber stand, sprang kurz entschlossen unter den Tisch, um nachzusehen, welche Geräte oder Tricks Home benutzte, um diesen Effekt hervorzubringen. Klopfende Geräusche, die aus dem Inneren des Tisches kamen, empfingen den verdutzten Fürsten.
 
Während einer Seance in England, bei der sechs Zeugen zugegen waren, konstatierte der angesehene Physiker Sir William Crookes "ein starkes Vibrieren unserer Stühle, dann des Tisches und Fußbodens, und zuletzt schienen selbst die Wände und Fenster zu wackeln". Solche Vorkommnisse kann man nicht so leicht wegdiskutieren. Um sie künstlerisch zu erzeugen, bräuchte man Geräte oder Komplizen oder beides. Hier sei nur gesagt, dass die Effekte bei der soeben geschilderten Seance, wie auch bei anderen, unglaublich vielfältig auftraten. Ein weiteres Phänomen, das bei Homes Seancen regelmäßig beobachtet werden konnte, war Levitation. Lord Adare, ehemaliger Auslandskorrespondent.

Des Londoner Daily Telegraph, fertigte vorbildliche Protokolle von vielen von Homes Seancen an, und zwar unmittelbar nachdem sie stattgefunden hatten. Er dokumentierte nicht weniger als 16 Levitationen von Tischen, darunter einige, die auch ein kräftigerer Mann als der schmächtige Home nicht allein zu heben vermocht hätte. Home brachte auch anwesende Personen zum Schweben, manchmal auch sich selbst. Crookes berichtet, daß über hundert Menschen bei verschiedenen Gelegenheiten Homes Levitationen mit eigenen Augen gesehen hatten. Oft hängten sich Augenzeugen geradezu an seine Beine. Crookes selbst konnte beobachten, wie Home eine Frau samt Sessel in die Schwebe versetzte. Als Wissenschaftler unternahm Crookes genau überwachte Experimente mit Home, wobei er sich besonders auf die Levitation konzentrierte. Home liebte Musik, und eines seiner bevorzugten Phänomene war die Levitation eines Akkordeons, das durch den Raum tanzte und "Home Sweet Home" spielte. So besorgte Crookes eines Tages ein Akkordeon und verschloss es, unerreichbar für Home, in einem Käfig. Das Instrument erhob sich vom Boden, bewegte sich im Käfig hin und her und spielte dabei wohlklingende Melodien.

 
Homes spektakulärsten Phänomene wurden gegen Ende seiner Laufbahn dokumentiert. Sein Leben lang sah er sich mit Feinseligkeit konfrontiert, Napoleon III. beispielsweise bezahlte Zauberkünstler dafür, seinen Ruf zu schädigen, was ihnen aber nicht gelang. Er wurde einmal sogar kurzerhand aus Rom vertrieben, weil man ihn für einen Zauberer hielt. Zum Glück verfügen wir jedoch über zeitgenössische Berichte über seine spätern Aktivitäten. Sir William Crookes and Lord Adare waren ihm freundlich genug gesinnt, um seine Aktivitäten aufmerksam zu studieren und ihre Beobachtungen und Experimente zu dokumentieren. Sie berichten neben etlichen Fällen von Levitation über zwei andere wiederholt vorkommende Phänomene, nämlich Körperdehnung und Berührung von Feuer. Körperdehnung ist ein eigenartiges Phänomen, das ebenfalls von Dutzenden Zeugen miterlebt wurde. Es kam vor, das Home seinen Körper um nicht weniger als 15 cm dehnte, während er von allen Seiten gehalten wurde. Home forderte die Zuseher stets auf, nach möglichen Anzeichen für Betrug Ausschau zu halten. Zu Crookes sagte er einmal: "William, ich möchte, das du annimmst, ich wäre bloß ein Zauberkünstler, ein Schwindler, der dich täuschen will…. Nimm keine Rücksicht auf meine Gefühle." Und obwohl die Anwesenden nach Zaubertricks suchten und ihn festhielten, gelang es Home dennoch, seinen Körper zu dehnen. Ein Zeuge gab an, er fühlte, wie Homes Rippen sich unter seiner Hand bewegten. Es sind sogar Fälle aufgezeichnet, wo Home den Körper von anwesenden Personen dehnte.

Was das Berühren von Feuer angeht, so sah Crookes bei einer Séance, wie Home ein großes Stück rotglühende Kohle aus dem Feuer holte. Home hielt die Kohle in der rechten Hand, "umschloss sie mit der linken und blies … bis das Kohlenstück fast weißglühend war. Dann lenkte er Crookes Aufmerksamkeit auf die Flamme, die über der Kohle und rund um seine Finger flackerte…". Adare berichtete ähnliches, und sowohl Crookes als auch Adare konnten mit ansehen, wie Home ausgestreckt vor dem offenen Feuer lag und den Kopf buchstäblich auf die glühenden Kohlen legte!

Dieses letzte Phänomen ist schier unglaublich. Gelegentlich ist davon zu hören, daß Menschen über glühende Kohlen gehen können. Dies ist aber mit Homes Phänomenen nicht zu vergleichen, weil die Füße dabei nicht ständig in Kontakt mit den Kohlen sind. Es scheint möglich, daß eine so kurze Berührung der Kohlen noch nicht zu Brandwunden führen muss. Crookes testete das bei Home auftretende Phänomen auch bei anderen, die behaupteten, diese Fähigkeit zu besitzen. Er hielt zum Beispiel fest, das ein Farbiger, den er testete, ein rotglühendes Eisenstück ganz kurze Zeit halten konnte, daß es "danach aber im ganzen Haus nach geröstetem Neger gerochen habe". Wenn Home mit Feuer in Berührung kam, war nie auch nur der geringste Brandgeruch wahrnehmbar, und es gab niemanden, der eine annähernd lange Berührung ausgehalten hätte. Crookes untersuchte oft hinterher Homes Hände und beschrieb sie als "weich und zart wie die einer Frau". Manchmal benutzte Home auch ein Taschentuch, das andere ihm gaben, um die Kohle zu halten. Dieses Taschentuch war danach nicht einmal angesengt. Crookes unterzog ein solches Taschentuch einer chemischen Analyse und stellte nichts Außergewöhnliches daran fest.

 
Vorweg sollten wir die Möglichkeit in Betracht ziehen, dass die Berichte der Zeugen vielleicht unzuverlässig sein könnten. In dieser Hinsicht sind die Aufzeichnungen von Crookes und Adare von größtem Wert, handelt es sich doch um zeitgenössische Dokumente. Allein weil es bei der Wahrnehmung und Erinnerung möglicherweise geringfügige Irrtümer und Ungenauigkeiten gegeben haben könnte, lassen sich Vorfälle wie Levitationen oder die Tatsache, daß jemand vor Zeugen sein Gesicht ins Feuer hält, nicht einfach wegdiskutieren. Wäre vielleicht irgendeine Art Massenhalluzination als Erklärung denkbar? Oder war Home ein außergewöhnlich begabter Hypnotiseur? Ein zeitgenössischer "wissenschaftlicher" Berichterstatter des renommierten Wissenschaftsmagazins Nature ging soweit, zu schreiben, Home wer entweder ein Massenhypnotiseur oder ein Werwolf. Dass letztere Möglichkeit in einer Zeitschrift wie Nature erwogen wurde, zeigt, wie hilflos und verwirrt Homes Kritiker geworden waren.

Die Theorie, die von Hypnose bzw. Halluzination ausgeht, birgt einige Probleme in sich. Das größte ist wohl, dass nur wenige auf Hypnose so gut ansprechen, dass sie Halluzinationen haben, wenn sie entsprechend beeinflusst werden. Es gab jedoch nicht einige wenige, sondern eine ganze Reihe von Augenzeugen, die von den verschiedenen Phänomenen berichteten. Die Sitzungen fanden generell unter Bedingungen statt, die Halluzinationen nicht begünstigten, er agierte nämlich am liebsten in hell erleuchteten Räumen. Schließlich führte Crookes Experimente durch, die ergaben, dass Home das Gewicht von Gegenständen beeinflussen konnte. Dies wurde von Messinstrumenten angezeigt, und die lügen nicht.

Sicherlich waren einige von Homes Zeugen nicht zuverlässig. In jenen Zeiten, wo selbst die verwegensten spiritistischen Themen Anhänger fanden, gab es viele Leichtgläubige. Doch Adare, Crookes, Metternich und andere, die anfangs Home skeptisch gegenüberstanden, können nicht so leicht abgetan werden.

Schließlich wird selbst von Homes späteren Kritikern eingeräumt, dass Halluzinationen allein nicht all die Berichte, die es über das Leben dieses außergewöhnlichen Menschen gibt, erklären kann. All das läuft schließlich darauf hinaus, dass Home entweder ein Betrüger war, oder dass in seiner Gegenwart eine unbekannte Kraft wirksam war.

 

Elizabeth und Robert Browning, das berühmteste Dichterpaar der Victorianischen Zeit. Roberts scharfe Attacke auf das von ihm erfundene Medium
Mr. Sludge, von vielen als eine Anspielung auf Home verstanden, könnte eigentlich seiner Frau Elizabeth gegolten haben, der als Dichterin mehr Wertschätzung entgegengebracht wurde als ihrem Gatten. Elizabeth begeisterte sich für Spiritismus und war eine große Verehrerin von Home.

Einige der Phänomene hatten durchaus etwas von Zauberkunststückchen an sich. Manchmal hielt er sehr wohl Séancen im Dunkeln oder bei gedämpftem Licht ab, um gewisse Effekte noch zu verstärken. Doch wäre es lächerlich, sich darauf zu versteifen, dass einige der einfacheren Effekte durch Betrug oder Zaubertricks zu erklären wären. Viel eher sollte man sich den eindruckvollsten und beweiskräftigsten Effekt zuwenden, die Home hervorbrachte.
Homes Séancen fanden oft in aller Öffentlichkeit statt bzw. in den Häusern von Interessierten, die Home am Tag der Séance zum ersten Mal betrat. Oft erfuhr er erst kurz vor Beginn einer Séance, wo diese stattfinden würde. Außerdem überprüften Adare, Crookes und andere genau, ob irgendwelche Geräte verwendet wurden. Wenn wir die Levitation von schweren Tischen oder von Menschen betrachten, so ist es äußerst unwahrscheinlich, das ein Zaubertrick mit Hilfe eines unbemerkt gebliebenen Gerätes so etwas hervorbringen hätte können.

Was Komplizen betrifft, so hätte man diese bezahlen müssen, und zwar sehr gut, doch Home selbst wurde für seine Séancen nicht bezahlt und stand oft ohne Geld da. Er war einmal so arm, dass er sich mit literarischen Lesungen durchbringen musste. Er hätte ziemlich viele Komplizen haben müssen, und wäre es einem von ihnen eingefallen, die ganze Geschichte an eine Zeitung zu verkaufen, wäre er dafür sicherlich großzügig bezahlt worden. Nur ist so etwas eben nie vorgekommen.
 
Bei Berührung von Feuer sind Tricks praktisch ausgeschlossen. Das Feuer war keine Einbildung. Die Betrachter konnten die Hitze selbst fühlen, die von den Kohlen in Homes Händen ausging. Eine weitere Episode aus Homes Leben verdient Aufmerksamkeit, weil sie die Motive mancher Kritiker beleuchtet. Im Jahr 1855 hielt Home eine Séance im Hause der beiden Dichter Robert und Elizabeth Browning ab. Sie saßen zusammen mit anderen Anwesenden rund um einen Tisch, als sich Blumen zu einem Kranz formten, der durch das Zimmer schwebte und sich schließlich auf Elizabeth Haupt senkte. Robert war inzwischen aufgestanden, um den schwebenden Kranz zu betrachten. Unglücklicherweise äußerte Home, Robert sei wohl aufgestanden, damit der Kranz sich auf seinem Kopf niederlasse. Robert war aber ohnehin schon eifersüchtig auf das dichterische Talent seiner Frau, und nach dieser Séance war Elizabeth auf Homes Seite. Robert Brownings Erinnerungen machten im Lauf der Zeit eine interessante Wandlung durch. In jener Zeit erwähnte er Home in einigen Briefen an Freunde, doch es ging nirgends hervor, dass er ihn für einen Betrüger hielt. Erst später gelangte er offensichtlich zu dieser Überzeugung und meinte sogar, ihn auf frischer Tat ertappt zu haben. Die Motive für diesen Wandel liegen auf der Hand.

Im Jahr 1864 veröffentlichte Browning ein langes, gehässiges Gedicht über einen betrügerisches, eitles Medium mit dem Titel Mr. Sludge the Medium. Die Anspielung auf Home war für jedermann (außer Home selbst) offenkundig, und mancherorts ging das Gerücht, Browning habe Home als Betrüger entlarvt, was nicht der Fall war. Brownings Briefe aus jener Zeit beweisen das Gegenteil, ebenso wie seine Gespräche mit F. W. H. Myers, einem der Pioniere der parapsychologischen Forschung. Es war vielleicht die Tragödie von Homes Leben, dass mit Ausnahme von Crookes zeitgenössische Wissenschaft sich davor scheuten, ihn zu testen. Immer wieder lud Crookes bedeutende Wissenschaftler ein, mit Home zu arbeiten, jedoch ohne Erfolg. Dies sollten wir nicht vergessen, wenn wir über den Wert von manchen skeptischen Behauptungen über Home nachdenken.

Was sollen wir aus all dem schließen? Crookes Haltung ist unmissverständlich: >>Das in diesem Fall vorliegende Beweismaterial zu verwerfen, hieße jegliches menschliche Zeugnis zurückzuweisen…<< Dies mag übertrieben sein, doch können wir die vorliegenden Berichte aufgrund ihres Umfangs und ihrer Aussagekraft einfach nicht übergehen. Man muss bis zu einem gewissen Grad bereit sein, sich auf Augenzeugenberichte zu verlassen. Schließlich werden auch bei wissenschaftlichen Berichten die Forschungsgegenstände so aufgezeichnet, wie das menschliche Auge sie wahrnimmt.

Einige der Phänomene, die im Zusammenhang mit Home berichtet werden, könnten sehr wohl das Produkt von zweifelhaften Zeugenaussagen gewesen sein, von Gedächtnisfehlern, Einbildung oder Halluzination. Es bleibt jedoch immer noch eine ganze Reihe von Vorgängen, die nicht so einfach wegdiskutiert werden können. Die Bücher, welche Home kritisch oder ablehnend gegenüberstehen, nehmen sich gegen die Berichte von Adare und Crookes eher dürftig aus. Sie beschränken sich auf Spekulationen und durch nichts belegte Behauptungen, außerdem zitieren sie sehr einseitig. In einem dieser Bücher wird Home bzw. seine Fähigkeiten einer wirklich fairen und glaubhaften Kritik unterzogen. Es dient schließlich auch nicht der Sache, wenn nur eine Seite betrachtet wird.
Aber die Zeiten eines D. D. Home liegen lange zurück, und seither hat es niemanden gegeben, der es ihm gleichgetan hätte. Doch hundert Jahre später tritt ein tschechischer Bankangestellter namens Pavel Stepanek in Erscheinung, der als Psi-Testperson über Jahre hinweg unerreichte Ergebnisse erzielte.