Inkubus Sukkubus -Nächtliche Besucher
   
Ganz gleich, ob männlich oder weiblich: Sollten sie jemals mit dem schrecklichen Gefühl erwachen, dass eine unsichtbare Kraft sich ihrer bemächtigt, könnten sie das Opfer eines legendären Sukkubus oder Inkubus geworden sein.
 

 

Sukkuben und Inkuben kannte man bereits in de mittelalterlichen Dämonologie. es handelt sich dabei um weibliche (Sukkuben) beziehungsweise männliche (Inkuben) Spukgestalten, die das Nachts ihre Opfer sexuell belästigen.

Auch in der neueren Literatur haben diese Dämonen ihren Platz gefunden: "Carlotta bürstete gerae ihr Haar, als sie von einem unsichtbaren Wesen gepackt und auf das Bett geworfen wurde. Im nächsten Moment dran ein riesiges Etwas, das ihr große Schmerzen verursachte, mit einer ungeheuren Wucht in sie ein." Frank De Felittas Roman "The Entity", der später den Stoff zu einem erfolgreichem Horrofilm lieferte, basiter auf einer wahren Begebenheit. In den 70er Jahren wurde eine junge Kalifornierin namens Carlotta Moran mehrfach von einem mysteriösen, immateriellen Wesen vergewaltigt. Dies wurde sowohl von psychiatrischer als auch von ärztlicher Seite bestätigt; sie wies am ganzen Körper Flecken auf.


   
Sichtbare Dämonen

Solche Vergewaltigungen sind garnicht so selten und es wird schon seit undenklichen Zeiten darüber berichtet. Außergewöhnlich im Fall von Carlotta war jedoch, dass sie den Übeltäter sehen konnte, denn in den meisten Fällen spüren die Opfer die Dämonen nur. Einmal erschien das Wesen als Zwerg, ein anderes mal als Muskelprotz mit grüner Haut. Ungewöhnlich war, dass der Dämon während des Überfalls mit ihr sprach. Angeblich besuchte er sie nicht nur des Nachts, sondern auch tagsüber.

Eine bekannte britische Schauspielerin, die anonym bleiben möchte, schilderte dem Psychologen Stan Gooch ein ähnliches Erlebnis. Als sie eines Tages aus dem Tiefschlaf erwachte, bemerkte sie plötzlich, dasssich eine der Deckenlampen in ein menschliches Auge verwandelt hatte, das sie von oben unverwandt anstarrte. Diese Tatsache allein war schon beängstigend genug, aber ihr sollte noch wesentlich Schlimmeres bevorstehen. Sie spürte, wie sich ein schweres Gewicht auf sie legte, und empfand ein Gefühl, als wolle ein Mann sexuell mit ihr verkehren.

Zunächst, so gab die Schauspielerin freimütig zu, war dieses Gefühl gar nicht unangenehm. doch dann verstärkte sich der Druck immer mehr und sie wurde von einer ungeheuren Kraft erfasst, die sie - wie ihr schien - durch die Matratze und die Holzlatten des Bettgestells hindurch nach unten presste. Schließlich löste sich der grausige Unbekannte in Nichts auf. Als sie ins Badezimmer eilte und in den Spiegel sah, bemekte sie zu ihrem Entsetzen, dass ihr Mund voll von schwarzem Blut war.

 
Verbindungen zu Poltergeistern?

Interesannterweise berichten viele Menschen, die in Poltergeistaktivitäten verwickelt sind, dass sie gelegent-lich von mysteriösen Wesen sexuell attackiert werden. Auch Carlotta wurde von einem Poltergeist verfolgt, der hemmungslos Porzellan durch die Luft warf, häufig Knistergeräusche erzeugte und ihr die schlüpfrigsten Obszönitäten entgegenschrie.

Der Parapsychologe Guy Lyon Playfair liefert in seinem Buch "The Flying Cow" ein weiteres Beispiel für die offensichtliche Verbindung zwischen diesen beiden paranormalen Phänomenen. Er berichtete über einige der zahlreichen unglaublichen Phänomenen, von denen er während seiner Forschungsarbeit in Brasilien gehört, beziehungsweise als Augenzeuge selbst miterlebt hatte.

Marcia, eine hochintelligente junge Frau mit einem Hochschulabschluss in Psychologie, fand eines Tages eine Gipsstatue der Seegöttin Yemanja. Sie war am Strand von Sao Paulo angeschwemmt worden, nachdem Gläubige sie auf dem offenen Meer als Opfergabe dargebracht hatten. Macria nahm die kleine Statue mit nach Hause, wo sich schon nach kurzer Zeit mehrere Vorfälle ereigneten, wie sie bei Poltergeistmanifes-tationen auftreten.

 
Nach einiger Zeit war sie permament müde, häufig depremiert und dachte sogar an Selbstmord. Eines Tages explodierte der Herd in ihrer Küche und eines Nachts wurde sie von einem Inkubus heimgesucht, der sie sexuelle belästigte. Diese Angriffe wiederholten sich in den darauf folgenden Nächten mehrmals. Auf Anraten eines erfahrenen Okkultisten warf sie die Statue schließlich ins Meer zurück.

Wissenschaftler, die sich mit den Sukkuben und Inkuben befassen, sehen bei diesem Phänomen eine Verbindung zu anderen paranormalen Erscheinungen. In seinem Buch "Creatures from Inner Space" beschreibt Stan Gooch einen Forscher, der merkwürdige Klopfgeräusche und sogar Konversationen vernahm, obwohl keine Menschenseele anwesend war. Einmal spürte er sogar ganz deutlich, wie jemand an seinen Haaren zupfte und ebenso ein Gewicht auf seinen Zehen. Ein traumatisches Erlebnis hatte dieser Mann jedoch, als er von einem männlichen Wesen von hinten gepackt wurde. Als das Gleiche ein paar Nächte später erneut geschah, beschimpfte er den Inkubus mental mit den Worten: "Verschwinde, du Mistkerl!" Und tatsächlich suchte das Phantom daraufhin das Weite.

 

Alte Bekannte

Wenig später wurde er von einem weiblichen Dämon bedrängt, der ebenfalls einen brutalen Liebesakt an ihm vollzog. Er als die unsichtbare Dämonin verschwunden war und ihre unliebsame Umklammerung gelöst hatte, fiel er zurück in tiefen Schlaf.

Spukgestalten dieser Art müssen nicht unbedingt Fremde sein, sie könnten auch Gestalten der realen Partner oder Geliebten des Betreffenden erscheinen. In dem Artikel "The Hallucinations of Widowhood" der in dem renommierten Magazin "British Medical Journal" erschien, legte W. Demi Rees dar, dass fast die Hälfte der rund 300 von ihm befragten Männer und Frauen ihren verstorbenen Ehepartner schon einmal gesehen, gehört und mit ihm gesprochen haben. Einige wollen sogar von den Verstorbenen berührt worden sein. Die meisten Befragten, die von derartigen paranormalen Phänomenen berichteten, waren über 40 Jahre alt, wobei die über 60-jährigen offenbar die lebhaftesten Halluzinationen hatten.

Da es sich dabei um keine groß angelegte Umfrage handelte, wurde auch nicht erforscht, ob die Verstorbenen mit ihren noch lebenden Partnern sexuellen Verkehr anstrebten. Zweifellos wäre es interessant zu untersuchen, ob derartige paranormale Erlebnisse mit dem Alter zunehmen. Poltergeistzwischenfälle treten bekanntlich sehr häufig im Zusammenhang mit Heranwachsenden auf. Da ältere Menschen oft einsam sind und sich naturgemäß vermehrt mit den Fragen von Leben und Tod auseinandersetzen, sind sie vielleicht an der Heraufbe-schwörung des geliebten Menschen, mit dem sie so lange verbunden waren, interessiert. Es wäre aber durchaus auch denkbar, dass verstärkt jüngere, sexuell aktive Männer und Frauen von sehr lebhaften Vergewaltigungshalluzinationen heimgesucht werden.

Allerdings existiert auch eine andere Theorie, die besagt, dass es sich bei Sukkuben und Inkuben um die Geister Verstorbener handelt, die zu Lebzeiten ein ausschweifendes Sexualleben führten und dies auch noch vom Jenseits auf fortsetzen möchten, da sie auch dort noch von ihren Begierden beherrscht werden. Doch es gibt auch Hinweise darauf, dass selbst Lebende zuweilen ihr Unwesen als Dämon treiben.


 

Hysteriesymptome

In seiner Fallstudie "die Gescichte von Ruth" berichtet der Psychiater Morton Schatzmann über die paranormalen Erlebnisse einer Frau, die als Kind von ihrem Vater missbraucht worden war. Sie wies eine ganze Reihe von Symptomen auf, die auf Hysterie hindeuten. So konnte sie beispielsweise spontan die Phantomerscheinung ihres Vaters hervorrufen, der zu diesem Zeitpunkt noch lebte und sich ihr eindeutig mit den Absichten eines Inkubus näherte. Es handelte sich bei diesem Dämon jedoch mit Sicherheit nicht um ihren echten, körperlichen Vater, da sich dieser zu diesem Zeitpunkt nachweislich an einem anderen Ort aufhielt.

Ruth konnte auch ihren Ehemann Paul als Phantom materialisieren. Sie tat dies ganz bewusst um mit im Gesclechtsverkehr zu haben, was ihr mit der Phantomgestalt wesentlich leichter fiel als mit dem Paul aus Fleisch und Blut.

 
Morton Schatzmann lässt Ruth in seinem Buch über ihre Begegnungen mit dem Phantom sagen: "Er küsste mich nochmals auf den Mund, dann drang er in mich ein....wir kamen gemeinsam zum Höhepunkt." Besonders bemerkenswert ist die Tatsache, dass die von Ruth materialisierten Gestalten anscheinend auch von Dritten wahrgenommen wurden. Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass Visionen zuweilen gemeinsam erlebt werden können und vermtulich per Telepathie auch auf verschiedene andere Menschen übertragbar sind, sofern diese eine Offentheit dafür zeigen.
 
 
Analayse: Schlaflähmung

Manche Menschen führen Begegnungen mit Inkuben und Sukkuben auf körperliche Wahrnehmung zurück, wie sie bei der Schlaflähmung (Schlafparalyse) auftreten. Zu den häuftigsten Symptomen zählen:

- das Gefühl, auf dem Brustkorb laste ein schweres Gewicht

- erhöhte sexuelle Wahrnehmung, vermutlich aufgrund vermindeter Sauerstoffzufuhr, welche die Lustzentren im Gehirn stimuliert, sowie erhöhte Herzfrequenz und Atembeklemmung

- das Erscheinen einer Furcht erregenden Hexengestalt die in den Sagen mehrerer Kulturen auftaucht

- die Unfähigkeit sich zu bewegen (Muskellähmungen)

Manchen liefert dieser außergewöhnliche Zustand auch die Erklärung für Alien-Entführungen. Bezeichnenderweise enthalten diesbe-zügliche Berichte oft sexuelle Elemente: Die Entführten schildern nicht selten das Eindringen medizinischer Instrumente oder auch ganz eindeutigen Geschlechtsverkehr mit Aliens.
 
 
Immer mehr Forscher neigen zu der Ansicht, dass Begegnungen mit immateriellen Wesen aller Art das Ergebnis einer kulturellen Prägung sind. Eine Vision von der Jungfrau Maria oder von einem Engel widerfährt in der Regel eher einem gläubigen Christen als einem Atheisten oder einem Agnostiker, da dieser die entsprechenden Bilder von Kindheit an in sich verinnerlicht hat. Geistliche erklären diese Tatsache im Allgemeinen damit, dass sich Engel eben nur Gläubigen zeigten, dass der Glaube die Vision erst ermögliche.

 
Furcht und Wollust

Es hat den Anschein, als seien Phantome aller Art - ob Engel, Elfen, Aliens, Inkuben oder Sukkuben - in den meisten Fällen nichts anderes als Projektionen unserer innesten Sehnsüchte. Oder sie entspringen tiefliegenden Ängsten, die Sigmund Freud - Der Vater der Psychoanalyse - als verdrängte Wünsche ansah.

Der Psychologe Stan Gooch ist der Ansicht: Inkuben, Sukkuben, Dämonen und Poltergeister sind keine Besucher aus einer anderen Welt. Wir werden bei solchen Erlebnissen offenbar von Aspekten unseres eigenen Ichs heimgesucht.