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Zum Ende der Seite springen Die Falkensteinerin
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Demoniel   Zeige Demoniel auf Karte Demoniel ist männlich
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Die Falkensteinerin Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen

Bei uns in unserem kleinen Dörfchen haben wir unseren ganz eigenen Stadtgeist.
Anna von Falkenstein, die älteste Schwester des Trierer Erzbischofs Werner von Falkenstein.

Anna von Falkenstein war die Schwester des letzten reichsbannvogts aus dem Falkensteiner Geschlecht. Sie war zweimal verheiratet.
Nachdem ihr zweiter Mann gestorben war, nahm sie ihren dauernden Wohnsitz in Dreieichenhain, früher "Hayn". Sie stiftete 1401 das Hospital im Hayn und widmete sich ganz den Kranken und Siechen.
Nach dem Tod Anna von Falkensteins ging es mit dem Spital bergab. Die Erben hatten ihren Wohnsitz außerhalb des Hayns in Offenbach und Hanau.
Die Beamten, die das Krankenhaus zu verwalten hatten, vernachlässigten es.
Im Jahre 1750 wurde das Spital aufgehoben und nach Offenbach verlegt. Das Gebäude wurde Abgebrochen. Das heute noch stehende Haus diente als Verwaltungsgebäude und als Wohnung der beiden Ärzte. Die Einfriedigungsmauer nach der Straße hin blieb stehen und ist zum Teil heute noch erhalten.
Als einst kurz nach dem Abbruch des Spitals der Nachtwächter durch ein Hornsignal und durch Ausruf die Mitternachtsstunde bekannt gab, bemerkte er jenseits der Einfriedigungsmauern des Hospitals eine weißbekleidete Gestalt. Sie trug eine Krone auf dem Kopfe, neigte sich mit dem Oberkörper über die Mauer, hob drohend den zeigefinger hoch und stöhnte fortgesetzt. Der Nachtwächter war bei dem Anblick der Gestalt sehr erschrocken, lief fort und weckte in der Nähe einige Einwohner. Die Kunde verbreitete sich rasch im ganzen Ortund fast die gesamte Einwohnerschaft- Männer, Frauen und Kinder, zum Teil nur halb angezogen und noch schlaftrunken- stand verängstigt in der Spitalgasse. Man holte den Pfarrer aus dem Bett. Derselbe betete mit den Versammelten laut ein *Vater Unser* und sprach nach Ausrufung der drei höchsten Namen den Segen. Darauf verschwand die gestalt wieder.

Die Hayner sagten, die Falkensteinerin fände keine Ruhe mehr, seitdem das Spital Abgebrochen sei, und noch um die Mitte des 19. Jahrhunderts glaubten viele Dreieichenhainer, daß die Falkensteinerin wandere und sich durch Rumoren im Hause berkbar mache.

Das Bild der Anna von Falkenstein hängt noch heute in dem erhaltenen, früheren Verwaltungsgebäude des Spitals (Das tut es nicht mehr, es hängt heute im Museum der Stadt. Anm. von mir). Der heutige Besitzer des Hauses ist der Kaufmann Henkel. Mit dem Bild selbst ist noch folgende Sage verknüpft:
Im Jahre 1848 weilte ein Frankfurter Kunsthändler in Dreieichenhain und wollte das Bild, das sich im Besitz der Familie Laux befand, käuflich erwerben. Laux konnte, trotz Sträuben seiner Frau, dem hohen Gebot nicht Widerstehen, und so konnte das Bild nach Zahlung der Kaufsumme und durch Handschlag in den Besitz des Kunsthändlers übergehen. Der Händler packte das Bild ein und legte es mit der Bildseite auf den Tisch im Schlafzimmer der Eheleute Laux. Der Käufer wollte im "Wilden Mann" (heute: "Zur alten Burg") übernachten und anderntags den heimweg mit dem bild antreten. Er konnte sich aber des Besitzes nicht lange freuen. Denn in der Nacht nach Abschluß der Kaufes fing es um Mitternacht in dem an zu rumoren, so das die Eheleute zugleich aus dem Bette sprangen. Die Ehefrau entdeckte nun, daß das Bild, das am Abend auf die Bildseite gelegt worden war, jetzt auf dem Rücken lag. Sie sagte daraufhin, daß die Falkensteinerin sich wehre; und ihr Mann mußte in der Nacht noch versprechen, das Bild dem Händler nicht zu geben. Der Händler war damit aber nicht zufrieden und ließ sich von Laux ein gehöriges Reugeld zahlen.

Das Bild wurde wieder in den oberen Vorplatz des Hauses gehängt und die Ruhe war in der Folgezeit nunmehr hergestellt. Wer die Treppe hinaufsteigt, hat das Bild sofort in den Augen. Die Hayner sagten, man darf nach rechts oder links den Vorplatz entlanggehen, die Falkensteinerin sieht einem immer nach.
Im Jahre 1881 starb der Sohn Phillip des vorgenannten Ehepaares Laux. Die Kinder des Phillip Laux waren noch unmündig. Bäckermeister Kiefer wurde zu deren Vormund bestimmt und diesem war das Bild nun zu wertvoll, um es in dem jetzt leerstehenden Haus hängen zu lassen. Am Tag der beerdigung des Phillip Laux nahm Kiefer das Bild von der Wand ab und hängte es in sein Schlafzimmer. Wiederrum fing es in der nacht an zu rumoren, und das Kieferhaus konnte nicht zur Ruhe kommen, so daß die eheleute nicht mehr schlafen konnten. Am Morgen, als kaum der Tag graute, nahm Kiefer das Bild der Falkensteinerin und trug es wieder in das Spitalhaus. Dort hängt es heute nicht mehr. Es hängt heute im Museum in der Dreieichenhainer Burg.
Der vorletzte Besitzer war der Kunstgärtner Wendorf, seine Frau ist eine geborene Laux. Wendorf verkaufte das Haus an den heutigen Henkel mit der Bedingung, daß das Bild ein Bestandteil des Hauses sein und nicht verkauft werden dürfe.
Der Erzähler der nachfolgenden Begebenheit war sieben Jahre alt. Seine Eltern bewohnten das sogenannte Zulaufhäuschen gegenüber dem Spital. Eines tages gab ihm seine Mutter gegen Abend drei kreuzer und schickte ihn ins "Neue Krämer´s" zwei Heringe zu holen. Anstatt daß er nun durch die Spitalgasse nach der Fahrgasse gegangen wäre, lief er die Spitalgasse zurück durch die Schulgasse, um auf die Fahrgasse zu gelangen.Als er mit seinen eingewickelten Heringen die Schulgasse auch wieder zurückkam, traf er vor dem Wohnhaus mit seinen Vater zusammen.
Der fragte ihn, warum er mit seinen Heringen hintenherum komme. Da sagte der kleine Junge, daß ihm immer die haare zu Berge stünden, wenn er abends an der Spitalmauer vorbei müsse; denn er glaube, jeden Augenblick könne die Falkensteinerin erscheinen. Auf die frage, wer ihm das erzählt hätte, sagte er: "Die Großmutter."
Der Vater gab der Großmutter daraufhin einen Verweis mit dem bemerken, sie solle dem Jungen in Zukunft keine Hexenmärchen mehr erzählen. Dem Jungen sagte er, daß es keine Hexen mehr gäbe, die hätten die Preußen Anno 66 alle mitgenommen.

Quelle:
Burg und Stadt Hayn in der Dreieich
(Eine Veröffentlichung des Geschichts- und Heimatvereins e.V. 1979)

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Metus dolormus ac fulmitunis...

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Beitrag wurde verfasst: am 08.07.2008 um 00:29 Uhr. Sollte dieser Beitrag Ihre Rechte verletzen, bitten wir um Benachrichtigung.
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